Die hässliche Fratze

Der Iran verkündet die erste Hinrichtung eines Demonstranten

  • Cyrus Salimi-Asl
  • Lesedauer: 2 Min.

Die erste Hinrichtung eines Demonstranten ist vollzogen. Es war nicht anders zu erwarten. Die konzilianten Töne der vergangenen Tage, die vage klangen, waren nur Taktik, um die revoltierenden Iraner*innen zu besänftigen und auseinanderzudividieren. Das Regime zeigt seine hässliche Fratze, die die Menschen im Iran seit mehr als 40 Jahren spüren. Die Todesstrafe gehört zum Repertoire Teherans. Sie ist ein systematisch angewandtes Instrument der Repression und Abschreckung.

Im konkreten Fall geht es darum, die Revoltierenden in Angst zu versetzen, was ihnen drohen könnte, sollten sie die Herrschenden weiter herausfordern. Vor allem die jungen Revoltierenden dürfte dies nicht abschrecken, denn sie haben nichts zu verlieren als ihre Ketten und eine Zukunft zu gewinnen. Die vagen Annäherungsversuche der Regierenden können sie nun getrost missachten, denn zu erwarten ist nichts. Was sie mehr denn je brauchen, ist internationale Unterstützung und Druck auf das iranische Regime. Die Folge könnte jedoch sein, dass der Iran noch mehr Halt sucht bei Russland und China – zwei Länder, die über schwere Menschenrechtsverletzungen gern großzügig hinwegsehen.

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