Progressive Juristin

Norma Lucía Piña wird als erste Frau Oberste Richterin in Mexiko

  • Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.
Die 63-jährige Juristin Norma Lucía Piña wird als erste Frau Oberste Richterin in Mexiko.
Die 63-jährige Juristin Norma Lucía Piña wird als erste Frau Oberste Richterin in Mexiko.

Norma Lucía Piña ist bekannt für ihre hohen Ansprüche: »Wir werden uns jeden Tag bemühen, eine gerechtere, egalitärere Gesellschaft ohne Gewalt für Frauen zu schaffen«. Diese Worte gab die 63-jährige Juristin als Credo in ihrer Dankesrede aus, nachdem sie von den elf Richter*innen des Obersten Gerichtshofes in Mexiko in der dritten Runde zur Obersten Richterin gewählt wurde – erstmals steht damit eine Frau an der Spitze.

Piña hat eine steile Karriere im Justizwesen hingelegt. Sie begann 1992 als Sekretärin für Studien und Buchhaltung im Obersten Gerichtshof selbst. Danach ging es zielstrebig weiter, bis sie 2015 zur Richterin am Obersten Gerichtshofs berufen wurde. Im November bekundete sie offen ihre Ambitionen in einem Interview mit »El País«: »Ich möchte die erste Frau als Präsidentin des Obersten Gerichtshofs werden. Und wenn die Richter mit den von ihnen gefassten Beschlüssen übereinstimmen, sollten sie eine Frau wählen.« Das haben sie gemacht, und zwar nicht die Wunschkandidatin des sozialdemokratischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador, Yasmín Esquivel, sondern Norma Piña. Die unterlegene Esquivel gratulierte auf ihrem Twitter-Konto und bezeichnete die Entscheidung als »historisch«.

»Ich danke denen, die immer an uns geglaubt haben, die nicht müde wurden, gegen unsere patriarchalische Kultur zu kämpfen, und ich ehre diejenigen, die nicht mehr hier sind«, sagte sie in ihrer Dankesrede. Sie selbst kämpfte für eine Entkriminalisierung der Abtreibung, die im Grundsatz nur nach einer Vergewaltigung erlaubt ist. »Wenn die Frau ein Opfer ist, gibt es keine Einschränkungen, aber wenn sie ihr Einverständnis gibt, darf sie zu keinem Zeitpunkt abtreiben. Das Gesetz bestraft also das sexuelle Verhalten der Frau, was es meiner Meinung nach verfassungswidrig macht.« Sie wird sich auch weiter für die reproduktiven Rechte von Frauen, Umweltrechte und gegen geschlechtsspezifische Gewalt einsetzen.

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