Sicherheitspolitik: Prävention statt Militär

Aert van Riel zur Sicherheitspolitik in Osteuropa

  • Aert van Riel
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Sorge davor, dass der Krieg in der Ukraine auf andere Länder übergreifen könnte, ist berechtigt. Nicht nur viele Konservative, sondern auch Sozialdemokraten in Osteuropa wiederholen ständig, dass sie von Russland bedroht seien. Die Bundesregierung sieht das auch so. Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat nun Gespräche in Kiew und Warschau zu diesem Thema geführt. Seine einzigen Antworten auf den Krieg in Osteuropa und die damit zusammenhängenden Gefahren sind eine engere Zusammenarbeit der Mitglieder der Europäischen Union und massive Aufrüstung. Dafür bekommt Klingbeil zwar Applaus von seinen politischen Partnern, aber das Vorgehen ist nicht durchdacht.

Klüger ist die Prävention. Ähnlich wie in der Ukraine leben auch im Baltikum viele Menschen, die Russisch sprechen. Sie sind Russen, die dort einst als Sowjetbürger sesshaft wurden und heute oft unter Diskriminierung leiden. Die baltischen Regierungen müssen stärker auf diese Minderheit zugehen und deren Interessen ernst nehmen, um russischer Propaganda den Boden zu entziehen. Dies wäre wirkungsvoller, als auf das Militär zu setzen, das bei einem Atomkrieg ohnehin machtlos wäre.

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal