Alarm bei Team Deutschland

In der Politik wie im Fußball: Die angebliche EU-Führungsmacht kommt nicht raus aus der Krise

  • Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 3 Min.

Man muss nicht lange drum herumreden: Für das Team Deutschland sieht es nicht gut aus. Überhaupt nicht gut. Vier Spiele hat der neue Teamchef hinter sich – ein Sieg, ein Remis, zwei Niederlagen. Sportfreundin Wagenknecht bringt es auf den Punkt (und immerhin, es ist ein Punkt, davon kann der Sportfreund Nagelsmann nur träumen): »Kaum ein Land steht so schlecht da wie Deutschland.« Da hat sie einfach recht. Schon beim Sportfreund Flick hatte es nicht so richtig geklappt.

»Viele spüren, dass die Bundesrepublik nicht mehr das Land ist, das es einmal war«, sagt Sportfreundin Wagenknecht. Genau. Was hatten wir einmal für berühmte Teamchefs: Sepp Herberger, Helmut Kohl, Joachim Löw, Angela Merkel. Oder, um den heimlichen Liebling der Sportfreundin Wagenknecht zu nennen: Ludwig Erhard. Aber heute? »Viele junge Menschen können nicht richtig lesen«, konstatiert Sportfreundin Wagenknecht. Sehr richtig, und schon gar kein Fußballspiel, wie man sieht. Das ist fußballerischer Analphabetismus. Die Folge ist, dass Team Deutschland sogar von der Türkei und Österreich abgehängt wurde.

Nun steht die Zukunft von Team Deutschland auf dem (sic!) Spiel. Meint jedenfalls Sportfreundin Wagenknecht. Entweder Team Deutschland schafft es nicht, in Führung zu gehen – oder es kann sie nicht verteidigen. Dabei hatte Sportfreund Scholz doch versprochen: »Wer bei mir Führung bestellt, der bekommt Führung.« Vielleicht liegt es daran, dass noch keine Bestellung eingegangen ist. Beim Sportfreund Nagelsmann wohl auch nicht.

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Dabei gäbe es doch Auswege. »Die Taktik ist zweitrangig, es ist immer erst die Emotion«, weiß Sportfreund Nagelsmann. »Wenn du da auf 100 Prozent bist, kannst du taktisch auch deutlich schlechter sein. Wenn die Emotionen nicht so sind, musst du taktisch brillant sein, um das Spiel trotzdem positiv zu gestalten.« Wenn das stimmt, sieht es schlecht aus für Sportfreund Scholz. Schon seine Taktik ist nicht brillant. Aber erst die Emotion! Wo ist sie? Hat er überhaupt eine? Wenigstens eine einzige?

Und noch ein Analyseergebnis vom Sportfreund Nagelsmann: »Wir sind zu viele
Einzelkämpfer, jeder hat mit sich zu tun.« Darüber könnten die Sportfreunde Scholz, Habeck und Lindner mal nachdenken. Sieger, so Sportfreund Nagelsmann, bräuchten »eine Drecksackmentalität«. Das immerhin hat Sportfreund Lindner begriffen.

Sportfreund Völler, der schon viel erlebt hat, lässt uns wissen, dass man nur bestehen kann, »wenn jeder noch eine Schippe drauflegt«. Klingt einleuchtend, aber natürlich kommt es darauf an, was da mit der Schippe geschaufelt wird. Sollte es etwa ein fossiles Erzeugnis sein, dann entwickelt Sportfreund Habeck vielleicht eine Emotion, aber sicherlich keine positive.

Wenn das so weitergeht, dann, so hat es Sportfreundin Wagenknecht glasklar herausgearbeitet, steigt Team Deutschland ab. Das ist keine schöne Sache. Fragen Sie mal in Hamburg – einmal abgestiegen, nicht mehr hochgekommen. Sportfreund Scholz war dort übrigens mal Bürgermeister.

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