Geheuchelte Fürsorge für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen

Cyrus Salimi-Asl zur Geiselbefreiung, die Netanjahu in seinem Kurs bestätigt

  • Cyrus Salimi-Asl
  • Lesedauer: 2 Min.
Dieses vom israelischen Militär zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Hubschrauber der israelischen Luftwaffe mit zwei befreiten Geiseln im Sheba Medical Center in Ramat Gan, Israel. Das israelische Militär hat zwei Geiseln aus der Gefangenschaft im Gazastreifen befreit. Die beiden Männer befänden sich in gutem Zustand.
Dieses vom israelischen Militär zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Hubschrauber der israelischen Luftwaffe mit zwei befreiten Geiseln im Sheba Medical Center in Ramat Gan, Israel. Das israelische Militär hat zwei Geiseln aus der Gefangenschaft im Gazastreifen befreit. Die beiden Männer befänden sich in gutem Zustand.

Es klingt zynisch, aber die Befreiung zweier Geiseln durch die israelische Armee kommt zum schlechten Zeitpunkt. Was ein Segen für die Angehörigen ist, verbucht Israels Ministerpräsident Netanjahu, genau vor Beginn der Offensive auf Rafah, als Erfolg seiner Bombenstrategie: Mit militärischer Brachialgewalt könne man die Geiseln befreien, so das Signal des Kriegsherrn, der mit einem Streich jede Kritik vom Tisch wischt. Die in Kairo laufenden Verhandlungen über eine Waffenpause, um Geiseln gegen palästinensische Gefangene auszutauschen, dürften damit vorzeitig an ihr Ende gelangt sein.

Niemand weiß genau, wie viele Geiseln noch leben. Für Netanjahu ist die Vernichtung der Hamas prioritär, das haben auch die Angehörigen der Geiseln erfahren müssen. Rückendeckung erhält Netanjahu von CDU-Chef Friedrich Merz. Der wünschte ihm Erfolg »in der wirklichen Zerstörung der Hamas«. Der Krieg darf also weitergehen, auch wenn in Rafah ein Blutbad zu erwarten ist. Mahnungen zum Schutz der Zivilbevölkerung grenzen da an Heuchelei.

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