Weniger Feuer beim Militär

Neben Wiesen und Mooren brannten auch Kampfjets

Immer wieder geraten bei der Bundeswehr auch Moore in Brand. Ein wochenlanges Feuer wie hier 2018 in Meppen gab es im vergangenen Jahr aber nicht.
Immer wieder geraten bei der Bundeswehr auch Moore in Brand. Ein wochenlanges Feuer wie hier 2018 in Meppen gab es im vergangenen Jahr aber nicht.

Die Anzahl von Bränden auf Liegenschaften der Bundeswehr ist im Vergleich zum Vorjahr offenbar gesunken – sofern das Verteidigungsministerium zu den Hunderten Feuern korrekte Angaben macht. Diese stammen aus der Antwort auf eine Frage des BSW-Bundestagabgeordneten Ali Al-Dailami und liegt dem »nd« vor. Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr hatte Al-Dailami vor einem Jahr als damaliger verteidigungspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion gestellt.

Die mit Abstand meisten Feuer ereigneten sich im Jahr 2023 auf acht großen Truppenübungsplätzen, darunter sind die Anlagen Altmark (Sachsen-Anhalt), Baumholder (Rheinland-Pfalz) oder Hammelburg (Bayern). Dort gerieten meist »Gras- und Heideflächen« oder Wälder in Brand, in Munster und Bergen (beide in Niedersachsen) auch Moore. In einigen Fällen mussten außerdem auch »Hartziele« gelöscht werden; damit beschreibt die Bundeswehr etwa ausrangierte Panzer, auf die zu Übungszwecken geschossen wird.

In einigen Kasernen brannten zudem Fahrzeuge, im bayerischen Munster etwa ein Panzer. In Hammelburg ist laut der Antwort ein Zementlaster »explodiert«. Auf dem Flugplatz Nörvenich in Nordrhein-Westfalen gerieten zwei Triebwerke von Kampfjets in Brand, in mindestens einem Fall an einem »Tornado«.

Nicht immer berichten die Verantwortlichen der Liegenschaften, wo genau sich der Brand ereignete. Auch über die Ursachen der Brandentwicklungen macht das Verteidigungsministerium keine Angaben. Hierzu würden »keine Unterlagen nachgehalten«, schreibt die zuständige Parlamentarische Staatssekretärin Siemtje Möller (SPD). Bekannt ist jedoch, dass viele Feuer durch Patronenhülsen entfacht werden, wenn diese beim regelmäßigen Mähen der Flächen einen Funkenschlag erzeugen. Deshalb sollen die Hülsen eigentlich von den Soldaten eingesammelt werden.

»Es ist nicht hinnehmbar, dass die Bundeswehr auch in den heißen Sommermonaten Schießübungen abhält«, sagt dazu der Fragesteller Al-Dailami dem »nd« und fordert deren Aussetzung wenigstens bei akuter Waldbrandgefahr.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal