Amnesty International: Mehr Hinrichtungen in weniger Ländern

Neuer Höchststand bei Anzahl der Vollstreckungen der Todesstrafe

  • Cyrus Salimi-Asl
  • Lesedauer: 2 Min.
Die Todeszelle des berüchtigten Huntsville-Gefängnisses im US-Bundesstaat Texas.
Die Todeszelle des berüchtigten Huntsville-Gefängnisses im US-Bundesstaat Texas.

Weltweit werden immer mehr Todesurteile vollstreckt – und die Hinrichtungen finden in immer weniger Ländern statt. Wie passt das zusammen? Staaten wie Iran und Saudi-Arabien haben besonders häufig Todesurteile verhängt. Insgesamt wurden 2023 mindestens 1153 Menschen hingerichtet, so viel wie seit 2015 nicht mehr. Dagegen ist die Anzahl der Staaten, die die Todesstrafe überhaupt anwenden, so gering wie nie. Nur 16 Länder haben im vergangenen Jahr Todesurteile vollstreckt.

Nachzulesen ist all das im jährlichen Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der an diesem Mittwoch veröffentlicht wird. Dass immer weniger Staaten immer mehr Menschen hinrichten, stuft Amnesty als »sehr besorgniserregend« ein. »Die iranischen Behörden legten 2023 eine grobe Missachtung menschlichen Lebens an den Tag«, heißt es in einer Pressemitteilung. Saudi-Arabien, das sich immer wieder selbst lobe ob der eigenen Reformbemühungen, »fällt Todesurteile teils aufgrund nichtiger Taten wie dem Absetzen von regierungskritischen Social-Media-Posts«.

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Rückschritte habe es auch in den USA gegeben: Die Zahl der Hinrichtungen stieg von 18 auf 24 im Vergleich zum Vorjahr, und einzelne Bundesstaaten experimentieren mit den Formen der staatlichen Tötung. So seien in den US-Bundesstaaten Idaho und Tennessee Gesetzentwürfe eingebracht worden, die Hinrichtungen durch Erschießungskommandos ermöglichen sollen. In Montana prüft das Parlament, die Liste der verwendbaren Substanzen für tödliche Injektionen zu erweitern.

Wie grausam die Hinrichtungsmethoden auch sind, ethische Bedenken scheinen keine große Rolle zu spielen: »Im Januar wurde Kenneth Smith im Bundesstaat Alabama durch die unerprobte Methode des Erstickens durch Stickstoffgas getötet, 14 Monate nachdem er einen verpfuschten Hinrichtungsversuch überlebt hatte«, sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland.

Von den 16 Ländern, die Hinrichtungen vollzögen, seien nur wenige für den extrem hohen Anstieg der Zahl verantwortlich. So seien allein auf den Iran mit 853 fast drei Viertel aller registrierten Hinrichtungen entfallen – bei einem Anstieg um 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz zwei nach dem Iran folgt für 2023 Saudi-Arabien mit 172 Exekutionen (15 Prozent). China fehlt in der Statistik aufgrund der staatlichen Geheimhaltung. Mit Agenturen

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