Klimaschutz: Ende der Ausreden

Kurzfassung der UN-Studie fordert Staatengemeinschaft zu raschem Handeln auf

Anlässlich der Vorstellung des vierten Weltklimaberichts hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die USA und China zu aktiver Klimapolitik aufgefordert.

Nach schwierigen Verhandlungen hat der UN-Klimarat IPPC am Sonnabend im südspanischen Valencia seinen vierten und letzten Klimabericht vorgestellt. Es handelt sich um eine 23-seitige Zusammenfassung der drei Studien, an denen hunderte Wissenschaftler aus 130 Nationen sechs Jahre lang gearbeitet hatten. Darin stellt das Expertengremium, das in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird, unmissverständlich fest, dass die Klima-erwärmung menschliche Ursachen hat. Das Resümee bildet die Grundlage für den UN-Klimagipfel auf Bali im Dezember.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief in Valencia alle Regierungen auf, schnell und entschieden zu reagieren. »Die Gefahren sind real und können einfach bekämpft werden.« Er warnte aber auch vor gravierenden Konsequenzen, wenn nicht schnell gehandelt werde: »Die schlimmsten Szenarien des IPCC sind so furchterregend wie ein Science-Fiction-Film.«

Den UN-Forschern zufolge hat der Klimawandel schon begonnen, und er sei unumkehrbar. Betroffen seien vor allem die ärmsten Länder. Verhindert werden könnten lediglich noch die schlimmsten Auswirkungen. Das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher werde zu Überschwemmungen und zu Wassermangel gleichzeitig führen. Sich entwickelnde Länder könnten wieder in die absolute Armut zurückfallen. Ban Ki Moon warnte, dass bei der Bekämpfung des Klimawandels andere wichtige Ziele wie die Bekämpfung des Hungers nicht aus den Augen verloren werden dürften. Er spielte damit auf die zunehmende Nutzung von Agrarflächen zum Anbau von Energiepflanzen an. Mit Blick auf Bali forderte er die USA und China zu einer konstruktiveren Rolle beim Klimaschutz auf. »Beide Länder können auf ihre Weise die Führung übernehmen«, sagte der Südkoreaner. Sie geben die meisten klimaschädlichen Abgase in die Umwelt ab.

Die USA, die das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert hatten, begrüßten den neuen Klimabericht. »Wir haben eine sehr ausgewogene Position erreicht«, sagte Delegationsleiterin Sharon Hayes. Die USA-Delegation hatte in den vergangenen Tagen versucht, die Aussagen des Berichts abzumildern und die Rolle der UNO beim Klimaschutz zu begrenzen. Man habe »sicherstellen« wollen, dass der gegenwärtige Stand der Wissenschaft widergespiegelt werde, hieß es. Kurz zuvor war noch verlautet, »belastbare Urteile« über die Klimagefahren stünden noch aus.

»Es ist vollbracht«, stellte der Delegierte der Umweltschutzstiftung WWF, Hans Verholme, erleichtert fest. Es sei ein »bedeutender Bericht« erstellt worden. Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne erklärte: »Wer sich jetzt noch weigert, die CO2-Notbremse zu ziehen, setzt das Leben unzähliger Menschen und Tiere aufs Spiel. Ausreden lässt dieser Bericht nicht mehr zu.« Bis 2009 müsse ein Abkommen ausgearbeitet werden, das die Industrieländer verpflichtet, ihre Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 30 Prozent gegenüber 1990 zu verringern.

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