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Insta-Nonnen besetzen weiter
Die über 80-jährigen Rita, Regina und Bernadette lehnen einen »Knebelvertrag« von Salzburger Kirchenoberen ab
184 000 Follower haben die Augustiner-Chorfrauen Rita (81), Regina (86) und Bernadette (88) auf Instagram – Tendenz stark steigend. Die drei betagten Schwestern sind die derzeit bekanntesten Besetzerinnen Österreichs: Nachdem ihnen der Aufenthalt in einem Caritas-Seniorenheim missfiel, kehrten sie im September kurzerhand in ihr Kloster Goldenstein im Bistum Salzburg zurück – trotz ausgetauschter Schlösser. Seither kommentieren sie ihr Klosterleben im Internet. Etwa: »Die Schwestern teilen alles. Wenn sie vier Kekse haben, wird einfach einer gedrittelt.«
Die deutsch- und englischprachigen Postings erhöhen auch den Druck auf die katholische Kirche. Zuletzt bot die zuständige Probstei den Chorfrauen an, im Kloster bleiben zu können – aber mit einem Instagram-Verbot, damit wieder »ein gutes klösterliches, spirituelles Leben möglich« sei. Sämtliche Kanäle müssten gelöscht werden, auch Helfer*innen dürften nichts mehr posten. Zugleich soll rund um die Uhr Pflegepersonal bereitstehen – keine schlechte Idee, angesichts des hohen Alters der Schwestern. Bei Pflegebedürftigkeit wäre aber ein Auszug auch gegen ihren Willen vorgesehen.
Die Besetzerinnen lehnen diesen »Knebelvertrag« ab und kritisieren – auf Instagram – insbesondere das Social-Media-Verbot: Ohne diese digitale Öffentlichkeit wären sie längst »zum Schweigen gebracht« worden. Sie fordern »ernstgemeinte Lösungen, die einem würdevollen Altern in Goldenstein entsprechen« und beenden ihren Clip mit »Vergelt’s Gott, dass ihr uns drei alle unterstützt«. Nun ist wieder das Krisenmanagement der Probstei am Zug.
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