Spielräume werden enger

Michael Succow Stiftung unterstützt seit zehn Jahren Naturschutzprojekte

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur mahnt der Stifter entschlossenes Handeln beim Klimaschutz und beim Erhalt der biologischen Vielfalt an.

»Die Menschheit muss beim Umgang mit der Natur deren Spielregeln einhalten – unsere Spielräume werden immer enger«, sagte Michael Succow auf einer Festveranstaltung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin. Succow zeigte sich erschüttert über die massiven Umweltzerstörungen des zurückliegenden Jahrzehnts. In Mittelasien habe er vor wenigen Jahren noch vielerorts Grassteppen und Trockenwälder vorgefunden, wo sich heute lebensfeindliche Salzwüsten ausbreiteten. Auch die sibirische Taiga und Tundra seien durch das Auftauen der Permafrostböden infolge des Klimawandels eine Zeitbombe. Das Anliegen der Stiftung – die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und mit den Ressourcen haushalten – sei aktueller denn je.

Begonnen hatte der Weg der Stiftung (www.succow-stiftung.de) 1997 in Stockholm. Dort erhielt Succow für die Durchsetzung des Nationalparkprogramms der DDR als stellvertretender Umweltminister der Modrow-Regierung, aber auch für seine Initiativen zur Schutzgebietsausweisung in Staaten der ehemaligen Sowjetunion und in der Mongolei den »Alternativen Nobelpreis«. Mit dem Preisgeld gründete Succow in Greifswald die erste Umweltstiftung Ostdeutschlands. Stiftungsarbeit und Naturschutz sind dabei für den emeritierten Botanikprofessor eng verwandt. »Wir müssen als Menschheit lernen, unseren Kapitalstock – die natürlichen Ressourcen – nicht zu verbrauchen, zu zerstören und zu verschwenden, sondern von den Zinsen zu leben«, so Succow. Finanziell hat sich die Stiftung auf bescheidenem Niveau weiterentwickelt, das Stiftungskapital konnte auf über 200 000 Euro angehoben werden. Darüber hinaus wurde in über 30 Projekten eine Million Euro Fördermittel vorwiegend anderer Stiftungen umgesetzt. »Michael Succow versteht es wie kaum ein anderer, Entscheidungsträger und Finanziers von der Natur und ihrer Schutzwürdigkeit zu begeistern«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering.

In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat die Stiftung bundeseigene Flächen übernommen und schafft hier »Wildnisinseln in der Kulturlandschaft«. Dahinter steckt die Idee, durch Nutzungsverzicht Wildnis und den Ablauf natürlicher Prozesse wieder bewusst zu machen. Wer den »Pfad der Muße und Erkenntnis« im Naturschutzgebiet Goor auf Rügen oder das »Drachenreich Lanken« bei Greifswald besucht, kann diese Philosophie erleben. International ist die Stiftung in der Rominter Heide bei Kaliningrad, in Mooren Weißrusslands und der Ukraine, in Steppen und Wüsten Turkmenistans und beim Aufbau von Schutzgebieten Aserbaidschans aktiv.

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