Diesmal ohne Nervenflattern

Eishockey: Hannover und Augsburg jeweils noch einen Sieg vom Finale der DEL entfernt

  • Von Carsten Lappe, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.
Bislang fanden die Ingolstädter um Bob Wren (2. v. r.) kaum eine Lücke in Hannovers Defensive.
Bislang fanden die Ingolstädter um Bob Wren (2. v. r.) kaum eine Lücke in Hannovers Defensive.

Diesmal soll es kein Zittern mehr geben: Die Hannover Scorpions und die Augsburger Panther holen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zum entscheidenden Schlag aus. Nach zwei Siegen in zwei Partien wollen Hannover gegen Ingolstadt und Augsburg gegen Wolfsburg schon heute und morgen ihre ersten »Matchbälle« zum erstmaligen Einzug in das Finale verwandeln. »Mit unserer Mentalität, unserem Charakter werden wir das schaffen«, versprach Hannovers Stürmer Klaus Kathan nach dem 4:1 am Sonntag in Ingolstadt.

Ein erneutes Nervenflattern wie im Viertelfinale, als die Scorpions auch schon mit 2:0-Siegen gegen Nürnberg führten und doch noch die maximalen fünf Spiele zum dritten Sieg brauchten, wollen sich die Niedersachsen nicht leisten. »Das war uns eine große Lehre. Wir treten anders auf«, sagte auch Hannovers scheidender Trainer Hans Zach.

Der 61 Jahre alte Trainerfuchs, der die Scorpions nach der Saison mit unbekanntem Ziel verlässt, will zum möglichen Abschluss seiner DEL-Karriere noch eine Finalserie erleben – 17 Jahre nach seinem bislang letzten von drei Titeln mit der Düsseldorfer EG.

Gedanken an das Finale verschwendet Zach aber noch nicht. »Wir brauchen noch einen Sieg, und der dritte ist immer der schwerste«, sagte der Tölzer aus leidvoller Erfahrung. Im vergangenen Jahr scheiterte Hannover im Halbfinale trotz 2:1-Führung noch an Düsseldorf.

Dass die Mannschaft noch einmal so weit in den Play-offs gekommen ist, grenzt an ein kleines Wunder. Der Kader gilt als qualitativ schwächer als der der Vorsaison. Lange Zeit stand Hannover in der Vorrunde im Tabellenkeller und kam erst spät in Fahrt. Ein Garant für den Aufschwung ist Torhüter Travis Scott, der erst im Winter verpflichtet worden war. »Er ist unser Turm in der Schlacht«, lobte Klaus Kathan den Kanadier.

Mit nur einem Tor aus beiden Halbfinalspielen ist die hochgelobte Offensive Ingolstadts bislang nahezu wirkungslos. Der Frust über die fehlende Durchschlagskraft entlud sich beim DEL-Torschützenkönig der Vorrunde, Thomas Greilinger, auf unschöne Weise. Der 28-Jährige, in den Play-offs bislang mit nur einem Treffer, leistete sich gegen Martin Hlinka ein Revanchefoul und ist am Dienstag gesperrt. ERC-Coach Greg Thomson versprach dennoch trotzig: »Wir fahren nach Hannover, um zu gewinnen. Die Serie ist noch nicht vorbei.«

Zum Siegen verdammt ist am Mittwoch auch der EHC Wolfsburg gegen Favoritenschreck Augsburg. »Wir werden alles mobilisieren, damit wir Freitag noch mal herkommen«, sagte Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf nach dem 0:1 am Sonntag in Augsburg.

Doch Panther-Trainer Larry Mitchell will nach den Adlern Mannheim und Meister Eisbären Berlin am Mittwoch auch die Grizzlys bezwingen. Ein vorzeitiger Finaleinzug des DEL-Teams mit dem geringsten Etat wäre die wohl größte Sensation der Saison. Mitchell kündigte an: »Die Jungs wollen noch viel miteinander erreichen.«

DEL-Halbfinale (best of five), 2. Spiel:

Ingolstadt - Hannover 1:4 (0:2,0:0,1:2) / Stand: 0:2
Augsburg - Wolfsburg 1:0 (1:0,0:0,0:0) / Stand: 2:0

3. Spiel

Hannover - Ingolstadt heute 19.30
Wolfsburg - Augsburg Mi. 19.30

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