Elektrischer Irrweg

  • Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 1 Min.

Elektrofahrzeuge gab es lange vor dem ersten Auto mit Verbrennungsmotor. Und auch heute haben wir längst ein hocheffizientes elektrisches Transportsystem: die Eisenbahn. Die hat freilich einen klitzekleinen Nachteil aus der Sicht der autofixierten Bürger und Politiker – sie ist an feste Wege mit Oberleitungen gebunden und fährt nicht von Tür zu Tür. Der Elektroauto-Gipfel der Bundesregierung dient denn auch keineswegs der Förderung eines umweltfreundlichen Verkehrssystems, auch wenn in einem solchen System Elektroautos durchaus einen Platz haben könnten. Es geht nicht um Umwelt oder Klima, es geht mal wieder um den Wirtschaftsstandort Deutschland und um die Rettung einer Branche, die ihre Zukunft schon hinter sich hat: die Autoindustrie.

Die Förderung von Elektroautos, losgelöst von einem umfassenden Verkehrs- und Energiekonzept, jedenfalls ist der falsche Weg. Die einseitige Konzentration von Technologieförderung und Verkehrsplanung auf das Auto wird weder dem Klima noch den Bürgern helfen. Natürlich ist ein Elektromotor für sich genommen effizienter als ein Benzin- oder Dieselantrieb, doch die ersten symbolischen Stromzapfsäulen – Aufschrift RWE – zeigen, wohin Merkels Fahrt geht: zurück in die Vergangenheit mit Kohle- und Atomstrom statt Benzin und Diesel.

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