Sicherheitsrat beriet zu Kindersoldaten

UNO-Bericht macht Schuldige namhaft

Der UNO-Sicherheitsrat erhöht den Druck auf Länder, in denen Kinder bewaffnet, zum Auskundschaften eingesetzt oder als Sexsklaven von Soldaten missbraucht werden.

New York (dpa/ND). Bei einer eintägigen Debatte über Kinder in bewaffneten Konflikten verurteilte das UNO-Gremium jede Form der Ausbeutung von Minderjährigen und jede Gewalt gegen sie. Mexikos Außenministerin Patricia Espinosa Cantellano erklärte: »Wir haben noch viel zu tun, wenn wir nicht zusehen wollen, dass Kinder zu den am schlimmsten betroffenen Opfern dieser Art von Gewalt zählen.« Mexiko hat im Juni den Vorsitz im Sicherheitsrat.

Nach Angaben der Ministerin starben seit den 90er Jahren über zwei Millionen Kinder in oder am Rande von bewaffneten Konflikten. Weitere sechs Millionen Minderjährige wurden zu Krüppeln, mehr als eine viertel Million zwang man zum Kriegsdienst und Tausende Mädchen wurden vergewaltigt, sexuell missbraucht oder zur Prostitution gezwungen.

Im jüngsten UNO-Bericht werden die Armeen, Rebellengruppen oder Organisationen, die sich dieser Menschenrechtsverbrechen schuldig machen, erstmals namentlich genannt. Unter ihnen ist unter anderen die afghanische Polizei. Darüber hinaus werden Armeen und Rebellenorganisationen in Kongo, Tschad, Sudan und besonders in der umkämpften Region Darfur, in Somalia und der Zentralafrikanischen Republik öffentlich angeprangert. »Wir gehen davon aus, dass die Regierungen dies zum Anlass nehmen, sich die Schuldigen jetzt vorzuknöpfen«, sagte die UNO-Sonderbeauftragte Radhika Commaraswamy. Besorgniserregend ist ihren Worten nach auch der Anstieg von Selbstmordattentaten durch junge Menschen in Afghanistan.

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