Hoffnung auf Zugabe

Die deutschen Volleyballer stehen vor dem WM-Halbfinal-Einzug / 3:0 gegen Tschechien

Deutschlands Volleyballer dürfen weiter von der ersten WM-Medaille seit 40 Jahren träumen. Dank seiner bislang besten Turnierleistung feierte das junge deutsche Team beim 3:0 (25:23, 25:18, 25:13) am Dienstag in Rom gegen Außenseiter Tschechien einen souveränen Sieg und hat damit Platz acht bereits sicher.

Als Zugabe soll nun das erste WM-Edelmetall seit dem Gold für die DDR 1970 her. Beim Endspiel um den Halbfinal-Einzug wartete am Mittwoch mit Weltmeister Brasilien (n. Red.) ein schwerer Brocken, doch die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) geben sich für das Kräftemessen mit dem Titelverteidiger selbstbewusst. »Es ist alles möglich«, sagt Zuspieler Patrick Steuerwald.

»Das ist unser Traum!« Vor der Partie gegen Tschechien hatte Bundestrainer Raúl Lozano sein Team noch einmal auf das große Ziel Halbfinale eingeschworen. Doch gegen das WM-Überraschungsteam aus Tschechien, das in der Weltrangliste nur auf Platz 36 liegt, taten sich die deutschen Volleyballer zunächst schwer. Zwar lief das Blockspiel besser als in den fünf vorherigen WM-Partien, absetzen konnten sich die Deutschen aber gegen den kompakten Gegner zunächst nicht. In der entscheidenden Phase waren die DVV-Männer dann hellwach und sicherten sich mit dem dritten Satzball den ersten Durchgang.

Nicht einmal 18 Stunden nach der kräftezehrenden 2:3-Niederlage gegen Brasilien war den Tschechen dann im zweiten Satz plötzlich die Müdigkeit deutlich anzumerken. Selbst eine Fußverletzung von Zuspieler Steuerwald steckten die Deutschen weg und erspielten sich rasch einen klaren Vorsprung.

Auch im dritten Durchgang war für die Mannen um Zuspieler Lukas Tichacek vom deutschen Meister VfB Friedrichshafen nichts zu holen. Am Ende machten die DVV-Männer nach nur gut einer Stunde ihren dritten Turniersieg perfekt und durften sich mit mindestens Rang acht über die beste WM-Platzierung seit 1974 freuen.

Derweil ist Serbien als erstes Team ins Halbfinale eingezogen und hat damit Russlands Spielmanipulationen in der zweiten Runde bestraft. Der Mitfavorit unterlag überraschend mit 1:3 gegen den Sydney-Olympiasieger, der in der Vorrunde Deutschland 3:0 besiegt hatte. Da die Serben zuvor auch ihr erstes Drittrundenspiel mit 3:1 gegen Argentinien gewonnen hatten, ist ihnen Platz eins im Pool P nicht mehr zu nehmen. Russland hatte sein Zweitrundenspiel gegen Spanien nach 2:0-Führung noch bewusst mit 2:3 verloren, um in die vermeintlich leichtere Gruppe mit Serbien zu kommen. »Das war kein Fairplay und wird Konsequenzen haben«, so Weltverbands-Chef Jizhong Wei. dpa/SID

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