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Schleichwerbung?

FAKTENcheck: Brüderle und das Billig-Benzin

  • Jürgen Amendt
  • Lesedauer: 2 Min.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die Discounterketten Aldi und Lidl aufgefordert, künftig auch Benzin zu verkaufen. Doch hat er wirklich? Die Meldung ist in der Welt und nicht mehr aus ihr zu entfernen. Auch die ZDF-Satire-Sendung »heute-show« hat es vor Wochenfrist verkündet. Andere Medien meldeten es schon vorher, schrieben Kommentare, Hintergrundberichte über die Möglichkeiten zur Umsetzung von Brüderles Vorschlag, Analysen. Die einzige Quelle, auf die sie sich stützten, ist ein Bericht der »Bild«.

Doch was hat Brüderle dem Blatt wirklich gesagt? Das Zitat, auf das sich die »Bild«-Meldung mit der Überschrift »Brüderle will ALDI-Sprit!« stützt, lautet so: »Preise bilden sich am besten immer noch durch Wettbewerb. Wenn das Angebot steigt, sinkt der Preis. Ich freue mich deshalb über jeden zusätzlichen Wettbewerber und kann Unternehmen nur ermutigen, in den Benzinmarkt einzusteigen.« Welche Firmen der Wirtschaftsminister damit meint, wird weder aus dem Zitat, noch aus dem restlichen Inhalt des Artikels ersichtlich.

Doch die Kombination aus den Stichwörtern »Benzin« und »Aldi« war offenbar für viele Medien zu verlockend und so verbreiteten sie die »Bild«-Aussage munter weiter. Darüber, was wiederum »Bild« und dessen Online-Ableger bild.de ermuntert hat, im Artikel Aldi und Lidl so prominent ins Spiel zu bringen, kann nur spekuliert werden. In der Vergangenheit waren immer wieder Vorwürfe gegen das Boulevard-Blatt laut geworfen, in seiner redaktionellen Berichterstattung Schleichwerbung für die beiden Firmen zu betreiben.

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