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Zug um Zug

  • Jörg Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Lokführer beweisen einen langen Atem. Mit der Einigung bei der Deutschen Bahn ist ihnen ein weiterer wichtiger Abschluss gelungen. Das Ziel sind einheitliche Arbeits- und Entgeltbedingungen für alle Lokführer, damit der Konkurrenz- und Preiskampf zwischen den Bahnunternehmen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Denn die Liberalisierung des Bahnmarktes ist längst nicht zu Ende. Bislang ging es um den Schienenpersonenverkehr, doch die Ausschreibungen von Fernbahnstrecken sind keine Zukunftsmusik, sondern greifbar nah.

Sicher: Es geht auch um Gewerkschaftskonkurrenz. Die Privatbahnen sind eine relativ junge Branche, die Beschäftigten potenzielle Mitglieder für die DGB-Eisenbahnergewerkschaft EVG und wie für die im Beamtenbund organisierte GDL. Aber diese Konkurrenz sollte in der Debatte um den aktuellen Tarifstreit keine Rolle spielen. Denn es geht eben in erster Linie um konkrete und verständliche Interessen von Beschäftigten, die bei jeder neuen Ausschreibung befürchten müssen, dass ihnen die mit Sachzwangargumenten geladene Pistole auf die Brust gesetzt wird.

Den Fahrgästen ist zu wünschen, dass nun auch die Privaten sich eines Besseren besinnen und ihren Widerstand gegen den Lokführertarifvertrag aufgeben. Vielleicht passiert das aber erst nach dem übernächsten Streik, wenn sie einsehen, dass der Arbeitskampf sie teurer zu stehen kommt als eine langfristig verlässliche Tariflösung für ihre Lokführer.

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