Pokalpremiere

Raúl Gonzáles Blanco / Der 33-jährige Fußballstar holte mit Schalke den DFB-Pokal

Die spanische Zeitung »Marca« lobte ihn in den Fußballhimmel: »Raúl holt den Pokal, der ihm noch fehlte. Raúl ist schon jetzt ein Teil der Schalker Geschichte.« Für den spanischen Schalker war es das perfekte Wochenende. Zuerst verkündete Spaniens Nationaltrainer Vicente Del Bosque, dass er sich ein Nationalmannschafts-Comeback des 102-fachen Auswahlspielers vorstellen könne. Raúl meinte dazu nur gelassen: »Ich würde nie sagen, dass es abwegig ist.« Beim 0:2 am 7. Oktober 2006 in Schweden bestritt er sein bislang letztes Auswahlspiel. Dann feierte der 33-Jährige am Sonnabend mit seinem FC Schalke 04 den ersten nationalen Pokalgewinn seiner außergewöhnlichen Karriere. In den 16 Jahren in Spaniens Liga bei Real Madrid konnte er nie die Copa del Rey gewinnen. Obwohl Raúl im europäischen Vereinsfußball fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt – dreimal die Champions League, zweimal den Weltpokal und sechsmal die spanische Meisterschaft. Nur ein nationaler Pokal fehlte bislang.

Die Freude war dann auch riesig. Wie ein Matador schwenkte der Spanier im Berliner Olympiastadion die spanische Flagge. Er freute sich wie ein Kind und jubelte: »Ich musste nach Deutschland kommen, um zum ersten Mal einen Pokal in den Himmel zu recken. Ich bin stolz und glücklich.« Das Olympiastadion kannte der Stürmer bisher nur aus Erzählungen. »Es ist ein großartiges Stadion für ein großartiges Finale.«

Freuen können sich auch die Fans der Königsblauen. Denn der FC Schalke 04 will ihren Liebling Raúl längerfristig binden. Bereits vor dem Pokalfinale hatte Schalkes Sportchef Horst Heldt geäußert, dass über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Spanier bereits geredet wird: »Wir sind in Gesprächen. Es sind gute und harmonische Gespräche.« Bisher ist Raul bis 2012 bei Schalke unter Vertrag. Er meint zu einer Fortsetzung in Schalke: »Es ist gut möglich. Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in Gelsenkirchen. Es ist beruflich und privat sehr gut gelaufen.« Auch seine Teamkameraden würden sich auf eine weitere Zeit mit Raúl freuen: »Er ist anders, als man es von einem Weltstar vermuten könnte, sehr offen und möchte mit jedem reden«, sagte Benedikt Höwedes nach dem Pokalerfolg.

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