»Schmerz vergeht, Stolz bleibt«

16 000 Meldungen, Supermarathon-Rekord und 40. Laufjubiläum 2012 bereits im Blick

  • Von Heidi Diehl und Michael Müller, Schmiedefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Diese sportlichen Binsenweisheit galt beim GutsMuths-Rennsteiglauf 2011 am Sonnabend in besonderer Weise: Im kommenden Jahr feiert der schönste und härteste Cross Europas sein 40. Jubiläum. »Das wird ein Superding«, versichern alle Verantwortlichem um ihren Präsidenten Jürgen Lange und Gesamtleiter Jörg Brömel.

Nimmt man dafür die diesjährige 39. Auflage als Gradmesser, so dürften es die Organisatoren mit ihrem 2012er Vorhaben eben so leicht wie schwer haben. Leicht deshalb, weil sich das 40. Jubiläum des ältesten ostdeutschen Breitensportereignisses in alter Frische präsentieren dürfte. Beispiel: Am Sonnabend konnte Alexander Fritsch seine Marathonsieg vom Vorjahr wiederholen. Der Mann ist erst 26 Jahre alt, und es war bereits seine 14. Rennsteiglaufstart. Begonnen hatte er als 12-Jähriger bei den Kinderläufen! Auch die Startzahl von Studierenden (rund 420) machte wieder einen Ruck nach oben. So gesehen wissen die Laufgründerväter, die inzwischen meist Rentner geworden (und fast allesamt Läufer geblieben) sind, die Tradition in guten Händen.

Schwerer könnte es mit dem »Superding 2012« indes werden, wenn man das diesjährige Ereignis insgesamt als Maßstab setzt. Dabei sind die über 16 000 Startmeldungen für alle Rennsteiglaufstrecken schon das Übliche. Hinzu kam diesmal eine Rekordbeteiligung auf der Supermarathonstrecke, dem exquisiten Aushängeschild des Laufes: 2054 Meldungen, Höchstmarke der Nachwendezeit. Noch am letzten Tag gingen 287 ein, »wir hatten gar nicht genug Startnummern, über 50 Aktive liefen nur mit dem Chip am Schuh«, berichtet Rennsteiglaufsprecher Hendrik Neukirchner.

Eine weitere erwartungssetzende Besonderheit am Sonnabend: die Internationalität auf den Siegerpodest. Die beiden Ersten des Supermarathons kommen aus Österreich, Zweiter auf dieser Distanz ist Brite, der Dritte des Halbmarathons Äthiopier. Insgesamt waren Teilnehmer aus 35 Ländern angereist.

Für Rennsteiglaufvereinspräsident Jürgen Lange spiegelt auch das die weiter wachsende Anziehungskraft des »Mythos Rennsteiglauf« wider. Und die erfolgreichen Ausländer auf dem Treppchen versprachen unisono, dass sie nicht nur wiederkommen, sondern auch die Werbetrommel für das Rennen rühren wollen. Er fühle den thüringischen Regionalstolz übrigens in keiner Weise angekratzt von so viel internationalem Erfolg. »Damit kann ich wunderbar leben. Doch wir werden uns Internationalität auch weiterhin durch Attraktivität erwerben und nicht etwa durch Antrittsgelder oder Siegprämien einkaufen«, betont Lange die Bodenständigkeit des Events.

Dazu gehört übrigens auch das unverfälschte Miteinander von Weltklasse und Hobbysport auf allen Laufstrecken. Den Ersten beim Halbmarathon, Sven Weyer, trennten vom 4128. und damit Letzten auf dieser Distanz, Dieter Elbert (AK 65), immerhin fast drei Stunden. Sportlich liegen zwischen den beiden natürlich Welten. Im Erleben des beinharten Laufes sind sie sich indes ganz nahe. Etwa in der Gewissheit, dass »Schmerz vergeht, aber Stolz bleibt«, wie eines der vielen Mottos auf den Trikots im Läuferfeld versicherte.

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