Gorbatschow warnt

Expräsident: Es drohen »verlorene Jahre«

Moskau (AFP/ND). Angesichts der Ankündigung des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, erneut für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen, hat der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow vor der Gefahr »sechs verlorener Jahre« gewarnt. Der Schritt Putins sei zwar zu erwarten gewesen, schrieb Gorbatschow am Montag in der Tageszeitung »Nowaja Gaseta«, doch befinde sich Russland in einer schwierigen Lage, es müsse aus seiner »Sackgasse« heraus.

Gorbatschow rief den künftigen Präsidenten zu »ernsthaften Veränderungen« auf. »Es wird ein Fehler sein, wenn er alles unverändert lässt, nur an seinen Machterhalt denkt und seine alte Mannschaft zu halten versucht, die für die gegenwärtige Situation verantwortlich ist«, schrieb er. Russland werde sich in solchem Falle nicht vorwärts bewegen.

Präsident Dmitri Medwedjew hatte Putin am Sonnabend für die Kandidatur zur Präsidentschaftswahl im März vorgeschlagen. Putin war bereits 2000 bis 2008 Staatschef. Da die Verfassung einem Präsidenten nur zwei Legislaturperioden in Folge zugesteht, machte er den Posten danach für Medwedjew frei und wurde Regierungschef.

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