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Erbe der DDR in fremdem Sold

Wer den grandiosen Doppelsieg der Neuner-Mädchen feiert, muß Klaus Bonsack hochleben lassen. Er ist ihr Trainer, er hat ihnen den Weg zum Gold geebnet. Der Rodel-Fuchs wäre „gerne in Deutschland geblieben“, ging aber' nach Österreich. Rund 1 500 Trainer aus der ehemaligen DDR standen zur Disposition, weniger als ein Drittel fand Beschäftigung in gewohnter Umgebung, viele machen jetzt das Ausland stark.

Bonsack ist einer von ihnen und gilt als weltweit bester Schlittentechniker. Seinen bewährten Mechaniker nahm er aus Oberwiesenthal gleich mit. Ahnliches gilt für Walter Jentzsch, bis 1990 Rodel-Cheftrainer der DDR. Inklusive Mechaniker kümmert er sich in La Plagne um die italienische Mannschaft. Die Italiener kauften auch auf dem Bob-Sektor ein. Detlev Richter zum Beispiel, vor allem aber Erich Enders, der als Trainer die überragenden Oberhofer Bob-Erfolge verantwortete.

Der erfolgreichste Bobfahrer der Welt, Meinhard Nehmer, steht in La Plagne wieder hinter den Kulissen. Diesmal als Trainer der Amerikaner. Auch England, Schweden und Norwegen bedienen sich mittlerweile anerkannten DDR-Know-Hows. Horst Hörnlein, 1972 Rodel-Olympiasieger im Doppel, steht bei den Briten im Sold, der ehemalige Doppelsitzer-Weltmeister Bernd Hahn bei den Schweden. Norwegens Bobfahrer sollen bis zu den Winterspielen 1994 in Lillehammer von Günter Möbus, einst Trainer am wissenschaftlichen Zentrum in Leipzig, internationale Reife erhalten. Wie wären diese Spiele ohne das sportliche Erbe der DDR?

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