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  • Kultur
  • Bryan Adams rockte in der Berliner Waldbühne

Summer Of 9 69“ im Sommer '94

Action: Brian Adams

Foto: JapA

Ja, Bryan Adams ist ein Superstar. Der Kanadier - seit Monaten in den Charts - hat den Erfolg neu definiert. Wo er spielt, sind die Arenen meist ausverkauft, so am Donnerstag zu vier Fünfteln auch die Berliner Waldbühne.

Nach den hervorragenden „Pretenders“ - Chrissie Hynde spielte neben Gitarre auch Mundharmonika - startete Adams durch. Und schon beim dritten Lied, „All I Want Is You“, stand die halbe Waldbühne auf den Beinen. Insgesamt wurden im Laufe des Abends nicht weniger als 21 Titel gebracht, dabei die meisten seiner großen Hits: „Can't Stop This Thing We Started“, „Please Forgive Me“, „Cuts Like A Knife“, „It's Only Love“, „Everything I Do) I Do It For You“, „Summer Of '69“ sowie „Run To You“ Bei all diesen Songs wurde kräftig mitgesungen, mitgetanzt, im Rhythmus geklatscht, wurden bei langsameren Titeln Hunderte Wunderkerzen und Feuerzeuge ge-

schwenkt.' Selten habe ich gesehen, .daß. ein Musiker seine: Fans „so im Griff“ hatte.

Mal spielte Adams - dessen Stimme an Bruce Springsteen erinnert - seinen harten, knalligen Rock, dann wieder schlug er sanfte Töne an. Des öfteren kam es zu einem Wechselgesang mit dem Publikum. Und Adams ist voller Humor. „Wo ist der Osten und wo der Westen?“ Dann wieder meinte er ein bekanntes Gesicht im Publikum auszumachen: „Der ist schon das 13. Mal in meiner Show, der verdient ein Bier!“, sagte er und wartete minutenlang, bis ihm ein Roadie eins brachte. Bei „Summer Of '69“ ließ er zwei Jugendliche auf die Bühne klettern, damit sie zu seinem Gitarrenspiel singen. Und auch die anderen aus seiner Band sorgten für Einlagen, der Melodiegitarrist warf sich ein paar Mal ins Publikum mit eingeschalteter Gitarre. Nach zwei Dritteln der Show ging die Band ab, tauchte aber

auf einer kleinen Bühne mitten unter den Zuschauern wieder auf. Und nochmals wurde gerockt, wurden Jugendliche zum Tanz in den Ring geholt.

Berlin war eine Station von Adams Europa-Tournee.

Wenn er mal nicht auf Tour ist, lebt er mit seiner dänischen Freundin in London. Aber in den letzten Jahren war er mit seinen Jungs wohl mehr unterwegs als jede andere Band. Erst vor einem halben Jahr spielte er als erster Star des Westens im Nach-Kriegs-Vietnam. Die Ideen für seine Songs nimmt er aus dem täglichen Gespräch, aus Alltagsphrasen. Seine Devise: „Etwas ganz Einfaches auf bewegende und einzigartige Weise singen.“ Und genau das gelingt ihm. Wie hatte doch der britische Thronfolger, Prince Charles, nach einem Adams-Konzert so treffend zu ihm gesagt: „Ihre Musik hat mein Brustbein zum Schwingen gebracht.“

THOMAS GROSSMAN

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