Musikgenuss für kleine Geldbeutel

Festival-Kalender mit vielen »Umsonst-und-Draußen«-Events

  • Von Klaus Rautenfeld
  • Lesedauer: 5 Min.
Die Eintrittspreise für die renommierten Festivals wie Rock im Park und Rock am Ring steigen Jahr für Jahr - Zeit, sich nach »Umsonst-und-Draußen«-Alternativen umzusehen.

Die Open-Air-Saison beginnt im April und dauert den ganzen Sommer bis September an. Für Menschen, die Festivalatmosphäre ohne Witterungsüberraschungen genießen wollen, gibt es mit dem »Rolling-Stone«-Weekender am 22. und 23. November eine Indoor-Variante. Das von den Organisatoren selbst als »Komfort-Festival« bezeichnete Event wartet in diesem Jahr mit Suede, They Might Be Giants und Uhlmann & Band auf. Neben den Konzerten werden Veranstalter-Legende Fritz Rau und Sterne-Sänger Frank Spilker zu Lesungen erwartet. Die zwei Tage am Weißenhäuser Strand an der Ostsee sind nicht unter 120 Euro zu haben – allerdings mit Übernachtungen im Paket.
rollingstone-weekender.de/

Wer seinen Geldbeutel schonen möchte, dem bietet sich eine Vielzahl an alternativen Festivals an, die keinen Eintrittspreis verlangen.

Electro, House und RnB stehen auf der Musik-Agenda des »2 Years Love Celebration« in Dresden. Bestätigt sind derzeit Alex Pink, Avii De Pau, Di Mick Nova sowie Keye Katcher. Rund 300 Besucher erwartet unter anderem eine »Vip Area« und ein »Birthday Cake«. Tickets gibt es ab 3,50 Euro.
lovecelebration.de

Das letzte in Deutschland bestehende Occupy-Camp feiert auch 2013 ein Fest – das Endless Summer Camp Festival in Hamburg bietet World.Music, Ska, Rock und Progressive sowie Electro. Zwischen dem 2. und 6. Mai werden rund 500 Besucher erwartet. Angesagt haben sich etwa das Alternative Dreamteam, die »Campaign Like Clockwork«, die »Fukushima Mushroom Party« und Mogli von »Früchte des Zorns«. Die Veranstalter versprechen den Bands »ewigen Ruhm«, sollte das Festival geräumt werden. Stress mit der Polizei sei möglich, »wenn auch nicht wahrscheinlich«. Insgesamt sollte man nicht von einem »normalen« Festival ausgehen.
occupyhamburg.org

Ende Juni werden lokale Bands aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wie »Abel & Cain«, »Die Versenker«, »Funkymodo« oder die »Wingmen« auf der Wiese vor dem Schützenhaus im Derletal in Duisdorf aufspielen. Das »2. Rock im Tal« finanziert sich nur durch die Umsätze, die durch Getränke und »leckere Steak-Brötchen« erzielt werden können. Deshalb bitten die Macher ihr Publikum darum, »Essen und Getränke zu Hause« zu lassen. Denn es solle auch im kommenden Jahr heißen: »Live, laut, Rock im Tal!« Das Festival soll ein fester Bestandteil der Bonner Musikszene werden und von Jahr zu Jahr ausgebaut werden.
rockimtal-duisdorf.de

Die Studentische Vertretung der Technischen Universität München organisiert das »TUNIX 2013«. Es ist ein typisch studentisches Festival und bietet Nachwuchsbands auf der Bühn,e kombiniert mit einer »Brotzeit im Biergarten und großer Party«. Bereits zum 33. Mal steigt das Festival am Münchner Königsplatz vom 1. bis zum 5. Juli. Ein abwechslungsreiches Liveprogramm mit verschiedensten Musikrichtungen – von Soul, über Reggae, HipHop und Rock bis hin zu Alternative und Kabarett – soll jedoch nicht nur Studierende anlocken. Vegetarisches sowie »Deftiges vom Grill und frisches Bier« ergänzen das musikalische Angebot. Die täglich rund 5000 erwarteten Besucher können sich neben anderem auch bei einer Wasserpfeife entspannen.
tunix.de

Laut wird es beim »Es knallt im Wald« am 12. Juli im brandenburgischen Klein-Muckrow. Als Attraktion wurden die österreichische Band »Only Attitude Counts« sowie andere Acts eingeladen. Musikalisch wird Hardcore, Metall, Metalcore und Indie aufgefahren. Das genaue Programm für die 600 erwarteten Besucher befindet sich derzeit noch in der Planung. Das Festival im Zirkuszelt findet inzwischen zum dritten Mal statt.
esknalltimwald. wordpress.com

Eines der größten kostengünstigen Festivals dürfte »Das FEST« im badischen Karlsruhe sein. Vom 19. bis 21. Juli stehen in diesem Jahr Sportfreunde Stiller, Kettcar und Karamelo Santo als Attraktionen fest. Seit über 20 Jahren findet das Festival inzwischen statt. Es entwickelte sich im Lauf der Jahre zu überregionaler Bekanntheit.
dasfest.net

Mehr als 200 000 Besucher werden in Nürnberg vom 26. bis zum 28. Juli zum Bardentreffen erwartet. In diesem Jahr heißt der Schwerpunkt »24 Grad Ost«. Die angestrebte »Route 24« soll Musiker aus der Ukraine, dem Baltikum, Weißrussland, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Griechenland präsentieren. Die eintrittsfreie Fahrt durch fremde Musiklandschaften beginnt mit einem Wagner-Spektakel auf dem Hauptmarkt am 26. Juli. Verschiedene Nürnberger Chöre werden auf der großen Bühne vor dem Nürnberger Rathaus den dritten Teil der »Meistersinger von Nürnberg« anstimmen. Wagners 200. Geburtstag zieht eben allerorten seine Spuren. Das gesamte Programm soll vielschichtig sein und »so tanzbar wie lebensfroh«. Dabei sind unter anderem das »Tango Okestri Unto« aus Helsinki, das Projekt »The Church of Blue Nun feat. Mäkkelä«, das Franken und Finnland zusammenbringt. Weiter treten die Warsaw Village Band, die Geschwister Johansonid aus Estland, und das ukrainische Gesangsensemble »Dakha Brakja« auf. Klanglich bewegt man sich zwischen »traditioneller Volks- und Weltmusik« hin- und her.
bardentreffen.de

Das Afrika-Festival im schwäbischen Böblingen feiert erstmals ein Jubiläum. Die fünfte Ausgabe soll durch gemütliches, afrikanisches Ambiente überzeugen und den »schwarzen Kontinent zum Anfassen und Erleben« bieten. Drei Tage lang wird ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm organisiert, das mit Reggae, Roots und Dancehall-Rhythmen bis spät abends dauern soll. Ein Basar sowie eine traditionelle afrikanische Modeshow runden das Festival ab.
afrikafestival- boeblingen.de

Als Rockspektakel des Sommers wird das »Rock den Deich«-Festival von den Machern angepriesen. Von Rock bis Pop über Indie, Ska und Punk bis hin zu Industrial reicht die musikalische Bandbreite im niedersächsischen Schwanewede. »Omas Zwerge«, »Supervoss«, »Smokey Joe« und »Daalschlag« sind erste Namen, die für das Event am 17. August genannt werden.
rockdendeich.de

Es gibt also viele Alternativen zu den großen Festival-Flaggschiffen. Diese sind meist sehr teuer und auch häufig überlaufen. Wer sich eine Übersicht verschaffen möchte, was abseits des Festival-Mainstreams angeboten wird, kann dies bei bei den Festivalhoopern im Netz tun. Dort wird eine umfangreiche Liste aller Festivals gepflegt – mit einer eigenen Sammlung der kostenlosen Events des Sommers.
festivalhopper.de

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