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Schonzeit für Dschihadisten

Roland Etzel zu den heimlichen Beschützern des neuen Kalifats

Der Krieg um Gaza ist unter all den militärischen Konflikten in der Region derjenige, der international die meiste Aufmerksamkeit erhält; und das völlig zu Recht. Völlig zu Unrecht allerdings wird über die »benachbarten« Kriege in Irak und in Syrien derzeit sehr spärlich berichtet - als sei das deren innere Angelegenheit und/oder sowieso kaum beeinflussbar.

Beides ist falsch. Die Kämpfer, mit denen die Kalifat-Islamisten inzwischen weite Gebiete zwischen Aleppo und Bagdad unter ihre Kontrolle brachten, sind mindestens zur Hälfte »Dschihad-Touristen« mit Bürgerkriegserfahrungen aus Afghanistan, Libyen, Tschetschenien ... Auch ihre Waffen kommen, sofern sie nicht geplünderten irakischen und syrischen Magazinen entstammen, irgendwo aus dem »Ausland«.

Während sich der Westen mit Millionenbeträgen müht, um mit Hilfe seiner Marine die libanesische Hisbollah von der Waffenzufuhr über See abzuschneiden, muss der »Kalifatsstaat« solches nicht befürchten. Er kann sich mühelos über den saudischen oder türkischen Landweg versorgen; gesponsort über ultrareligiöse saudische Stiftungen, die die derzeitigen Hauptquellen islamistischen Terrors in der Welt sind. Wenn man wollte, könnte man denen wenigstens die Konten sperren. Das nicht zu tun, ist offenbar eine Art unerklärter Staatsräson gegenüber Saudi-Arabien.

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