Nichts Handfestes

Stefan Otto über die Ergebnisse des Kita-Gipfels

Es dauerte lange, bis die Familienminister von Bund und Ländern zusammenkamen, um über die Qualität in den Kitas zu sprechen. Die Missstände nach dem übereilten Kita-Ausbau sind nämlich seit vielen Monaten unübersehbar. Zwar mangelt es nicht an der Einsicht, für bessere Standards und mehr Personal in den Kitas sorgen zu müssen - wenn man in die frühkindliche Bildung investiere, könne man sich viele Folgekosten etwa im schulischen Bereich sparen, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nach dem Treffen. Doch konkrete Angaben über die Kosten für eine Verbesserung der Qualität in den Kitas machte die Sozialdemokratin nicht. Darüber solle später gesprochen werden, wenn eine Arbeitsgruppe mit allen Beteiligten einen Stufenplan für bundesweit einheitliche Standards ausarbeitet, hieß es.

Die Finanzierung ist aber der Knackpunkt bei dem Vorhaben. Denn eine Betreuung von Kleinkindern, wie sie Erziehungswissenschaftler fordern, benötigt eine massive Aufstockung von Personal. Das verlangt Milliardeninvestitionen, über die es in der schwarz-roten Koalition seit langem Differenzen gibt. Die SPD wollte ein Qualitätsgesetz bereits auf die Agenda für diese Legislaturperiode nehmen, doch die Union weigerte sich beharrlich, darauf einzugehen. Dabei ist ein verbindliches Gesetz notwendig, um bundesweite Standards zu erreichen. Absichtserklärungen wie bisher werden nicht reichen.

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