Geldfrage Bildung

Markus Drescher über Diskriminierung Jugendlicher mit Migrationsgeschichte

  • Lesedauer: 1 Min.

Dass Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz von Betrieben abgelehnt werden, weil sie einen vermeintlich nicht-deutschen Namen haben und/oder sie nicht-weiß sind, ließe sich relativ leicht abstellen - mit der verpflichtenden Einführung anonymisierter Bewerbungen. Eine Auswahl fände nur noch aufgrund der Qualifikation statt. Das wäre ein Anfang, zumindest für diejenigen, die mit ihrer schulischen Ausbildung, ihren Noten konkurrenzfähig sind.

Doch viele kommen gar nicht so weit, weil Diskriminierung viel früher beginnt: im Bildungssystem. Und grundlegend: im Kapitalismus. In Deutschland sind die Bildungschancen eng mit den finanziellen Möglichkeiten der Eltern verbunden. Das fängt beim Standort der Schule an, geht weiter über den möglichen Besuch einer Privatschule und hört bei teuren Nachhilfestunden noch nicht auf. Solange viele Migranten im Niedriglohnsektor beschäftigt sind und solange Schulen nicht finanziell dazu befähigt werden, wirksam möglichen Defiziten und Problemen der Schüler zu begegnen, bleiben grundsätzliche Hürden bestehen. Dies gilt natürlich auch für Kinder aus einkommensschwachen Familien ohne Migrationsgeschichte. Im Zweifelsfall haben die aber noch den Wettbewerbsvorteil eines Namens, der als deutsch eingestuft wird.

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