Kurden drängen IS-Terrormiliz zurück

Belagerte Jesiden gerettet / Rund 9000 Zivilisten wurden in Sicherheit gebracht

  • Lesedauer: 2 Min.
Bilder von Jesiden, die im Sindschar-Gebirge ums Überleben kämpften, gingen im Sommer um die Welt. Nach einem wichtigen Schlag gegen die Terrorgruppe IS sollen auch die letzten Jesiden in Sicherheit gebracht werden.

Erbil. Mit massiven Luftschlägen und dem Einsatz Tausender kurdischer Peschmerga-Soldaten hat die internationale Koalition ihren bislang größten militärischen Erfolg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) errungen. Vertreter der nordirakischen Autonomieregion Kurdistan und der US-Regierung gaben am späten Donnerstagabend das Ende der Belagerung des Sindschar-Gebirges durch die Dschihadisten bekannt.

In die Berge hatten sich im August 80 000 Jesiden vor den sunnitischen Extremisten gerettet. Jesidischen Angaben zufolge hielten sich dort zuletzt noch 9000 Zivilisten auf. Sie sollten in die nördliche Stadt Dohuk in Sicherheit gebracht werden.

Wie US-Generalleutnant James Terry in Washington sagte, konnten die Peschmerga-Kämpfer nach mehr als 50 Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Allianz rund 100 Quadratkilometer bei der Stadt Sindschar einnehmen. Laut kurdischem Sicherheitsrat eroberten die Soldaten in weniger als 48 Stunden sogar etwa 700 Quadratkilometer zurück.

Durch einen 70 Kilometer breiten und zehn Kilometer langen Korridor erreichten die Kämpfer demnach die im Gebirge eingeschlossenen Jesiden. An der Offensive nahmen den Angaben zufolge 8000 Peschmerga teil. Laut Nachrichtenportal Rudaw dauerten die Kämpfe zwischen Kurden und IS-Milizen am Freitag an.

Der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar, sagte der Deutschen Presse-Agentur: »Der Weg ist frei.« Wer wolle, könne das Gebirge verlassen. Er ging sogar von 12 000 Menschen aus, die bis zuletzt eingeschlossen gewesen seien.

Die meisten Jesiden waren bereits im Sommer bei einer Rettungsaktion kurdischer Milizen aus dem Gebirge in Sicherheit gebracht worden. Zurück blieben damals vor allem die Alten, Schwachen und deren Angehörige sowie jesidische Kämpfer. Die Jesiden werden von islamischen Extremisten als »Teufelsanbeter« verfolgt.

Seit Beginn des internationalen Kampfes gegen die IS-Extremisten am 8. August haben die USA mehr als 1300 Luftschläge im Irak und in Syrien geflogen. Derzeit befinden sich rund 1700 US-Soldaten im Irak. Diese Zahl soll in den kommenden Monaten auf 3000 steigen. Sie sollen zwölf irakische und kurdische Brigaden zum Kampf gegen den IS ausbilden, aber selbst nicht an Kämpfen teilnehmen. Auch rund 100 deutsche Soldaten sollen künftig die kurdische Armee für den Kampf gegen den IS ausbilden. dpa/nd

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