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Olympia kostet mit Sicherheit

Bei großen Sportveranstaltungen müssen immer größere Vorkehrungen getroffen werden

Im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses ging es am Montag um »Sicherheit bei Sportveranstaltungen«. Nach den jüngsten Anschlägen bedarf es neuer Konzepte - die um einiges mehr kosten.

Die Polizei in Berlin steht 2015 vor besonderen Herausforderungen. Schließlich gilt es, gleich mehrere sportliche Großereignisse zu bewerkstelligen: am 14. Mai und 6. Juni die Champions-League-Finalspiele im Fußball der Frauen und Männer. Vom 27. Juli bis 7. August folgt dann die Makkabiade, zu der bis zu 3000 jüdische Athleten erwartet werden. In Zeiten terroristischer Anschläge wie in Boston oder jüngst in Paris oder Kopenhagen sind solche großen Veranstaltungen für die Behörden mit einem immer größeren Sicherheitsbedürfnis verknüpft - was sich auch finanziell auswirkt. Im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses fand am Montag zum Thema »Sicherheit bei Sportveranstaltungen« eine Anhörung mit Experten eines Sportverbandes, der Polizei sowie Fanvertretern und einem Rechtsanwalt statt.

Im medialen Fokus stehen bei den Sicherheitsbetrachtungen häufig Fußballspiele. »Bei den Champions-League-Finale wäre der schlimmste Fall, wenn je 9000 Fans zweier ausländischer Finalteilnehmer über den Flughafen Schönefeld einreisen würden«, sagte der für das Olympiastadion zuständige Polizeidirektor Hans-Ulrich Hauck. Was den inländischen Liga-Betrieb angeht, erkennen aber alle Experten eine »positive« Entwicklung. Während Stadionbesuche vor einigen Jahrzehnten noch gefährlich waren, sind die Arenen heutzutage sehr sicher. Allenfalls auf der An- und Abfahrt der Fans kommt es hin und wieder zu Problemen. Selbst Innensenator Frank Henkel (CDU) räumte ein: »Verglichen mit der Situation in Nordrhein-Westfalen in Hinblick auf die 1. und 2. Liga ist die Lage in Berlin durchaus akzeptabel.« Warum dennoch viele Fans, Ultras und Hooligans in einer »Datei Sportgewalt Berlin« von der Polizei registriert werden, blieb unklar (siehe Kasten).

Doch nicht nur beim Fußball sind die Sicherheitsbehörden gefordert. Einen Eindruck von den gestiegenen Sicherheitsanforderungen vermittelte der Geschäftsführer der SCC Events GmbH, Jürgen Lock, die unter anderem den Berlin-Marathon oder das Velothon organisiert. Für die Abnahme einer solchen Veranstaltung sind Sicherheitskonzepte nötig, die bis zu 120 Seiten betragen. Dabei gilt es, sowohl die Sicherheit für die Athleten als auch für die Zuschauer zu organisieren. »1500 Volontäre und Hauptamtliche plus Polizei sichern ab«, sagte Lock. Da es bei solchen Veranstaltungen im öffentlichen Straßenland ein anderes »Gefährdungspotenzial« gibt, gelten andere Auflagen. Eine rechtliche Grundlage für solche Konzepte fehlt in Deutschland bislang, kritisierte Lock.

Und was heißt das alles für eine mögliche Olympia-Bewerbung Berlins 2024 oder 2028? Der Grünen-Innenexperte Benedikt Lux hat nachgeforscht. Das Ergebnis: Es handelt sich um eine »Herkules-Aufgabe«, die in Vancouver 700 Millionen Euro verschlang, in London 1,25 Milliarden Euro und in Sotschi gar 2,3 Milliarden Euro. Auch der Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Linkspartei, Udo Wolf, hätte in der Sitzung des Innenausschusses gerne Kosteneinschätzungen zur Sicherheit vom Senat und Landesportbund gehabt.

Doch Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) wollte sich bei dieser Frage nicht »locken« lassen - allen Transparenzbekundungen des Senats zum Trotz. Der Direktor des Landessportbundes, Heiner Brandi, sagte immerhin, die Sicherheitsfrage werde erst bedeutend, sollte Berlin den »Bewerberstatus« bekommen. Dann sei dies auch ein »sehr bedeutsamer Kostenfaktor«.

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