Massenverhaftungen von Flüchtlingen in der Türkei

Regime in Ankara nimmt nach Deal mit der Europäischer Union in vier Tagen fast 3.000 Geflüchtete fest / Asylsuchende kommen in Internierungslager

Berlin. Die türkischen Behörden haben einem Medienbericht zufolge in vier Tagen fast 3.000 Flüchtlinge festgenommen, die über die Agäis nach Griechenland weiterreisen wollten. Wie die Nachrichtenagentur Dogan am Freitag unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, wurden allein im Ferienort Ayvacik in der Küstenregion Canakkale seit Dienstag insgesamt 2.933 Menschen festgenommen, die meisten von ihnen kamen aus Syrien und dem Irak. Hunderte Boote wurden beschlagnahmt.

Die Massenverhaftungen von Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Terror und Verfolgung sind, ist offenbar unmittelbares Resultat des umstrittenen Deals zwischen dem Regime in Ankara und der EU, die sich am Sonntag bei einem Gipfeltreffen in Brüssel auf einen so genannten Aktionsplan geeinigt hatten. Die Türkei verpflichtete sich dabei im Gegenzug für Milliarden und politische Konzessionen, für die Regierungen Europas die Abwehr von Menschen an den Außengrenzen der Festung Europa zu übernehmen. Ankara erhält dafür drei Milliarden Euro zur Versorgung von Flüchtlinge auf ihrem Gebiet, die Aussicht auf Visa-Erleichterungen und ein Entgegenkommen bei den EU-Beitrittsverhandlungen.

Am Montag hatten die türkischen Behörden bereits die Festnahme von rund 1.300 Flüchtlingen vermeldet. Die Menschen sollen laut Dogan in ein Internierungslager gebracht und teilweise in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Die griechische Ägäisinsel Lesbos liegt nur wenige Kilometer von Ayvacik entfernt. Agenturen/nd

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