Die vertauschte Sechs

»Du musst versteht!/ Aus eins mach zehn/ und zwei lass geh’n ...«

Wort und Zahl bilden die Mosaiksteine unseres Denkens. Mit ihnen beschreiben wir uns und die Welt; zumindest versuchen wir das immer wieder. Beide haben dabei ihre ganz spezifischen Vorzüge. Dass Worte nur Schall und Rauch seien, stimmt ebenso wenig, wie die Behauptung, dass Zahlen nie lügen würden.

Dem Wort einerseits, der Zahl andererseits das erkenntnistheoretische Primat einzuräumen, ist lediglich eine Glaubensfrage. Beides sind gleichermaßen höchst universelle Lebenswerkzeuge. Sie dienen dem Verständnis ebenso wie der Verhüllung, können große Idee ebenso manifestieren wie fundamentale Irrtümer.

Da sie zudem in universelle Strukturen eingebettet sind, nämlich in die Sprache und die Mathematik, lässt sich darüber hinaus trefflich mit Wort und Zahl spielen. Hier der Jambus oder der Daktylos, dort die komplexe oder die irrationale Zahl. Goethe hat im »Faust« mit dem Hexeneinmaleins gezeigt, dass sich beides, nämlich Vers mit Algebra, auch verbinden lässt: »Du musst versteht!/ Aus eins mach zehn/ und zwei lass geh’n ...« Hermann Hesse machte diese Symbiose in »Das Glasperlenspiel« sogar zum Thema eines grandiosen Romans.

Von einer Zahlenspielerei, nämlich vom Sudoku, ist oben auf dieser Seite schon zu lesen. Tausende andere gibt es. Wie etwa die mit den Palindromzahlen, also solchen, die vorwärts und rückwärts gelesen werden können (z.B. 349943). Oder mit den Vollkommenen Zahlen, deren positive Teiler als Summe erneut die jeweilige Zahl ergeben (z.B. 496=1+2+4+8+16+31+62+124+248). Oder gar mit den Vertauschten Zahlen, die ganz nebenbei zu den Hinterhältigkeiten anspruchsvoller Mathematikarbeiten gehören. Ein Beispiel gefällig?

Gesucht ist die kleinste natürliche Zahl mit folgenden Eigenschaften: Die erste Ziffer dieser Zahl ist 6. Wird die 6 vom Anfang ans Ende gestellt, so entsteht eine neue natürliche Zahl, deren Wert ein Viertel der ursprünglichen Zahl beträgt. Um welche natürliche Zahl handelt es sich?

Lösungen per Post (Kennwort »Denkspiel«) oder Mail spielplatz@nd-online.de. Einsendeschluss Mittwoch, 16. Dezember. Absender nicht vergessen, wir losen stets einen Buchpreis aus!

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