CDU will Basis zu Tegel befragen

12.000 Mitglieder sollen im Juni entscheiden, ob die Landespartei für oder gegen die Offenhaltung des innerstädtischen Flughafens ist

Drei Monate vor dem Volksentscheid über den Flughafen Tegel will die CDU durch eine Basisabstimmung ihre Position bestimmen. Die 12.000 Berliner CDU-Mitglieder sollen im Juni entscheiden, ob ihre Landespartei künftig für oder gegen die Offenhaltung von Tegel eintritt. Eine Parteisprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der »Berliner Morgenpost«. Am Freitagabend wollten die Führungsgremien der Berliner CDU den Mitgliederentscheid beschließen.

Die CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters hatte das Thema angestoßen. »Ich persönlich hege Sympathie für den Wunsch, Tegel offen zu halten - vorausgesetzt, dies ist rechtlich möglich«, sagte Grütters der Zeitung. Die CDU-Mitglieder sollen voraussichtlich per Post einen Abstimmungsbogen erhalten und diesen ausgefüllt wieder zurücksenden.

Am 24. September steht in Berlin - parallel zur Bundestagswahl - der Volksentscheid zu dem Thema an. Er hat jedoch keinen Gesetzentwurf zum Inhalt, sondern ist ein im Grunde wenig verbindlicher Appell.

Besonders im Westen und Südwesten der Hauptstadt sind die Sympathien für Tegel groß, auch wegen der kurzen und schnellen Anfahrt. In diesen Bezirken ist auch die CDU stark. In der Partei wird daher erwartet, dass sich die Mehrheit der Mitglieder eher für Tegel ausspricht.

Grütters argumentierte, es gebe viele Gründe für den Weiterbetrieb von Tegel. Berlin wachse, die Menschen würden noch mehr fliegen als früher, andere Städte hätten auch mehr als einen Flughafen und zudem drohe der neue Hauptstadtflughafen zu klein zu werden. Die CDU plant für den 16. Mai eine umfassende Debatte zu dem Thema mit Luftverkehrsexperten, Verkehrsrechtlern, Fluggesellschaften und Politikern.

Im Juli 2015 hatte die CDU einen ersten Mitgliederentscheid gestartet. Damals ging es um die Ehe von Homosexuellen. 36 Prozent der Mitglieder nahmen teil, eine Mehrheit von 52 Prozent lehnte die Homo-Ehe ab.

Bisher hatte sich besonders die FDP mit ihrer Forderung nach einem Weiterbetrieb von Tegel profiliert. Bisher planen der Bund sowie Berlin und Brandenburg, den alten Flughafen nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens zu schließen. Das ist rechtlich festgelegt, von Gerichten so bestätigt und Teil des Planfeststellungsbeschlusses für den BER in Schönefeld. dpa/nd

Weitere Berlin-Themen:

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung