Proteste gegen NPD-Aufmarsch in Demmin

Demonstration von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen gegen Fackelzug von Neonazis

Demmin. Rund 400 Menschen haben am Montag in Demmin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) gegen einen am Abend geplanten Fackelzug der rechtsradikalen NPD protestiert. Die Demonstranten von demokratische Parteien, Gewerkschaften und Kirchen trafen sich unter dem Motto »Licht vertreibt Schatten« auf den Markt, nahmen an einem ökumenischen Friedensgebet in der Kirche teil und zogen durch die Stadt. Anlass war der Gedenktag an das Kriegsende vor 72 Jahren. Am Abend waren noch Mahnwachen gegen die NPD-Aktion geplant.

Die Neonazis rechneten mit rund 200 Teilnehmern, die auf ihrer Seite an die Menschen erinnern wollten, die in den letzten Kriegstagen 1945 in Demmin ums Leben kamen. Die Polizei sicherte den Aufmarsch mit mehreren Hundert Beamten ab.

Kerstin Lenz vom Aktionsbündnis »8. Mai Demmin« sagte: »Wir wollen unsere Stadt nicht den Nazis überlassen«. Pastorin Franziska Pätzold rief die Menschen während der Andacht dazu auf, ein Licht zu entzünden.

Autofahrer wurden von der Polizei aufgefordert, Demmin weiträumig zu umfahren, da es wegen Baustellen und der Demonstrationen zahlreiche Straßensperrungen gab. An der evangelischen, großen Stadtkirche St. Bartholomaei hing eine Fahne mit dem Spruch: »Unser Kreuz hat keine Haken.«

In Demmin waren vom 30. April bis 3. Mai 1945 bei einem beispiellosen Massensuizid fast 1.000 Demminer und Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die Stadt gedenkt der Opfer von damals seit mehreren Jahren, wehrt sich aber gegen Versuche von Neonazis, das Thema für ihre Propaganda zu vereinnahmen. Agenturen/nd

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