Kythera-Preis für Bénédicte Savoy

Die Berliner Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy erhält den mit 25 000 Euro dotierten Kythera-Preis. Mit dem internationalen Kulturpreis werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich um die Vermittlung insbesondere der romanischen Kultur verdient gemacht haben, teilte die Technische Universität Berlin am Montag mit. Die Auszeichnung soll am 11. Dezember in Berlin übergeben werden. Bisherige Preisträger waren unter anderem der Regisseur Volker Schlöndorff, der Dirigent Claudio Abbado, der Architekt Renzo Piano und die Schriftstellerin Yasmina Reza.

Bénédicte Savoy zähle zu den innovativsten Kunsthistorikerinnen, betonte die Universitä. Sie sei eine herausragende Wissenschaftlerin, Hochschullehrerin und Kuratorin und habe sich um die deutsch-französischen Beziehungen große Verdienste erworben, insbesondere auf dem Gebiet der europäischen Kulturgeschichte. Die 1972 in Paris geborene Forscherin ist seit 2003 Professorin für Kunstgeschichte am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin. In ihrer Arbeit setzt sie sich den Angaben zufolge mit der Frage des Umgangs mit Kunstwerken in Kriegszeiten, mit Kunstraub, Beutekunst und deren Rückgabe sowie mit dem Verhältnis von Deutschland und Frankreich insbesondere auf kulturellem Gebiet auseinander. Dies schlage sich in ihrer Forschung und Lehre sowie in zahlreichen von ihr kuratierten Ausstellungen nieder.

Im Sommer hatte Savoy schwere Vorwürfe gegen das Berliner Humboldt-Forum erhoben und war aus dessen Expertenkommission ausgetreten. Es mangele unter anderem an Transparenz und der Klärung der Herkunft von Ausstellungsstücken, kritisierte die Wissenschaftlerin. Die Gründungsintendanten wiesen die Vorwürfe zurück.

Für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurde Savoy bereits mehrfach geehrt, unter anderem mit dem französischen Verdienstorden. 2016 erhielt sie den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den mit 2,5 Millionen Euro am höchsten dotierten deutschen Wissenschaftspreis. Neben ihrer TU-Professur wurde sie im vergangenen Jahr an das Collège de France berufen. Zudem wurde sie Anfang November in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.

Die Laudatio bei der Preisverleihung hält den Angaben zufolge die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Der Kythera-Preis wird seit 2001 durch die Kythera Kultur-Stiftung vergeben. epd/nd

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