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Studie: Väter übernehmen nach Elternzeit mehr im Haushalt

Familienministerin: »Haben gesellschaftlichen Wandel erreicht« / Mittlerweile nehmen 36 Prozent der Väter Elternzeit

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Väter, die in Elternzeit gehen, verbringen einer Studie zufolge auch noch Jahre später mehr Zeit mit ihren Kindern. Zudem übernehmen sie mehr Hausarbeit, wie aus der Erhebung des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen hervorgeht, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten.

Nach ihrer Elternzeit verbringen Väter demnach in den ersten sechs Lebensjahren des Kindes am Wochenende täglich rund eineinhalb Stunden mehr mit ihren Söhnen und Töchtern als Väter, die durchgehend gearbeitet haben. Zudem übernehmen die Väter, die Elternzeit genommen haben, täglich eine halbe Stunde mehr Arbeit im Haushalt. Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten des Sozio-Oekonomischen Panels aus.

»Auch wenn das meistens nur zwei Monate sind, verändert es langfristig die Rolle, die der Vater in der Familie hat«, sagte der Wirtschaftswissenschaftler des Instituts, Marcus Tamm. Die Studie vergleicht den Angaben zufolge das Verhalten von Vätern, die sowohl vor als auch nach der Einführung des Elterngeldes 2007 Kinder bekommen haben. Daher sei der Effekt vermutlich nicht darauf zurückzuführen, dass Elternzeit-nehmende Väter sich ohnehin mehr in der Familie engagieren, erklärte Tamm. »Wir sehen bei denselben Vätern Unterschiede zwischen dem ersten Kind, bei dem sie keine Elternzeit genommen haben, und dem zweiten, bei dem sie mindestens zwei Monate genommen haben«, sagte der Forscher.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte den Funke-Zeitungen, Väter, die in Elternzeit gingen, hätte nicht nur eine engere Bindung zu ihren Kindern. Sie ermöglichten es auch den Müttern, sich wieder mehr um ihren Beruf zu kümmern. »Wir haben mit dem Elterngeld einen gesellschaftlichen Wandel erreicht«, betonte die Ministerin. Das belegten auch die Zahlen: Zum Start 2007 hätten sich gerade einmal drei Prozent der Väter dafür entschieden, mit ihrem Kind zu Hause zu bleiben. Inzwischen nehme jeder dritte Vater Elternzeit (36 Prozent). epd/nd

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