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Die Finanzkrise ist ein Grund für den Aufstieg der AfD

Gerhard Schick: «Statt über die tatsächlichen Ursachen zu sprechen, wird dann leicht nach Sündenböcken gesucht»

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick sieht in der Finanzkrise und den danach ausgebliebenen Reformen einen Grund für den Aufstieg der AfD. «Die AfD ist nicht während der Flüchtlings-, sondern während der Eurokrise gegründet worden», sagte Schick im «nd»-Interview (Mittwochsausgabe). Dies sei kein Zufall. Auch gebe es Untersuchungen, dass es nach Finanzkrisen häufig zu einem Rechtsruck in der Gesellschaft kommt.

Schick glaubt nicht, dass diese Zusammenhänge einfach erklärbar seien. «Aber es ist evident, dass angesichts komplexer Probleme in unserer Gesellschaft die einfache Erklärung, die Flüchtlinge seien das Problem, gut verfängt. Das nutzen diejenigen, die schon immer fremdenfeindlich waren. Ähnlich wie im Mittelalter, als die Menschen krank wurden und man dann sagte, dass jemand die Brunnen vergiftet habe», so der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, der zu Jahresende sein Bundestagsmandat niederlegt, um die von ihm mitgegründete Nichtregierungsorganisation «Finanzwende» zu leiten. Weil Finanzkrisen systemisch sind, bleibe für die meisten unklar, was da genau passiert und wer schuld ist. «Statt über die tatsächlichen Ursachen zu sprechen, wird dann leicht nach Sündenböcken gesucht», so Schick.

Für Schick war der Cum-Ex-Skandal «ein entscheidender Auslöser zur Gründung von »Finanzwende«, mit der er eigenen Angaben zufolge ein »wirkliches Gegengewicht zur Finanzlobby« schaffen will. »Es war schockierend zu sehen, dass diese Gesellschaft sich offenbar kaum dafür interessiert, dass sie von Finanzprofis ausgeplündert wird«, erzählt Schick. »Eigentlich hätte über den Untersuchungsausschuss regelmäßig berichtet werden müssen. Aber es war sehr mühsam, das Thema überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen.« Da sei ihm klar geworden, dass er »als einzelner im Bundestag nicht genug bewegen kann und es eine zivilgesellschaftliche Antwort der Bürgerinnen und Bürger« brauche. nd

Das komplette Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe von »neues deutschland«.

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