Bloody well done, Scotland!

Schottland schreibt Geschichte: mit einem Gesetz zu kostenfreien Menstruationsprodukten. Die sollte es auch in Deutschland geben, findet Julia Trippo.

  • Julia Trippo
  • Lesedauer: 2 Min.

Solange es Menstruierende gibt, die sich Periodenprodukte nicht leisten können und stattdessen Ersatzgegenstände wie Zeitungspapier, Socken oder alte Lappen benutzen, um die Blutung zu stoppen, gibt es Periodenarmut. Der Zugang zu Produkten ist für jede Person, die blutet, essenziell.

Deshalb hat das schottische Parlament am Dienstag als erstes Land für ein Gesetz gestimmt, das öffentliche Einrichtungen künftig verpflichtet, Menstruationsprodukte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das ist nicht nur historisch, sondern sendet ein wichtiges Signal. Periodenarmut wird als Problem anerkannt; die Abgeordnete Monica Lennon, die den Gesetzentwurf eingebracht hatte, spricht ferner von period dignity, also von Würde.

Und Periodenarmut ist nun mal kein ausschließlich schottisches Problem. Deshalb sollte es auch in Deutschland - nein weltweit - eine Regelung geben, dass in öffentlichen Einrichtungen Produkte zur Verfügung gestellt werden. Auf Toiletten im öffentlichen Raum erwarten wir schließlich auch, dass es Klopapier gibt – und mit Menstruationsprodukten sollte es da nicht anders sein. Und für jene, die sich Tampons, Binden und co. schlichtweg nicht leisten können, sollte der Staat die Kosten übernehmen.

Dass diese Diskussion überhaupt möglich ist, liegt auch daran, wie und dass überhaupt im öffentlichen Raum mehr und mehr über Regelblutungen und frauen*gesundheitliche Themen wie Menopause oder Endometriose - eine chronische Krankheit, bei der Entzündungen und Zysten auftreten, die sich an inneren Organen ansiedeln - gesprochen wird. »Vor ein paar Jahren hätte es in der schottischen Holyrood chamber nie eine offene Diskussion über Menstruation gegeben und jetzt ist es Mainstream«, sagte Lennon gegenüber dem Guardian.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal