Welche Corona-Diktatur?

Robert D. Meyer über Demonstrationen in der Pandemie

  • Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

2700 Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen haben seit August vergangenen Jahres deutschlandweit stattgefunden, schätzt die Bundesregierung in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Diese Zahl straft einen Großteil jener Leute Lügen, die auf genau diesen Veranstaltungen behaupten, Deutschland wurde in der Pandemie von »der Politik« in eine Corona-Diktatur umgebaut oder sei mindestens auf dem festen Weg in die Neuauflage eines faschistischen Führerstaates.

Frage: In welcher Diktatur auf diesen Planeten finden innerhalb von nicht einmal einem Jahr tausende Protestmärsche statt? Noch dazu Demonstrationen, deren Beauflagung durch die Behörden jederzeit von einer unabhängigen Justiz überprüft werden können? Eben. Das Deutschland des Jahres 2021 eine Diktatur zu nennen ist eine Verhöhnung jener Menschen, die in sehr realen autoritären Systemen oft unter Einsatz ihres Lebens sich ein Stück Meinungsfreiheit auf der Straße erkämpfen.

Doch in Deutschland darf man nichts mehr sagen. Noch so eine Behauptung, die oft auf einer der 2700 Demonstrationen zu hören war. Oder in TV-Interviews mit der Tagesschau. Menschen, die das sagen, sind entweder Lügner*innen oder leben in ihrer ganz eigenen postfaktischen Parallelwelt.

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