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Draußen Raven ist okay

Martin Kröger begrüßt die Initiative des Senats für die Events der »Draußenstadt«

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Ohne die Ostberliner Clubkultur in oft illegalen Räumen hätten sich manche Spielarten der elektronischen Tanzmusik sicher nicht so entwickelt, wie es seit Beginn der 1990er Jahre der Fall war. Die zahlreichen Tanzlokalitäten im Osten der Stadt, die häufig in Industrieruinen oder über sogenannte Zwischennutzungen existierten, haben Berlin weltweit einen legendären Ruf eingebracht. Nicht nur die Coronakrise hat der Clubkultur schwere Schläge versetzt, hinzu kommen die Auswirkungen der Gentrifizierung, die auch Clubs massiv betreffen. Auch Lärmkonflikte eskalieren mittlerweile häufiger als früher, wenn sich Nachbarinnen und Nachbarn von der Musik aus den Clubs und von ihren Open-Air-Flächen gestört fühlen. Angesichts der wachsenden Stadt mit ihrem Wohnungsbau und der Nahverdichtung nehmen solche Auseinandersetzungen eher zu.

Mit ihrem Slogan »Wem gehört die Stadt?« und der Antwort »Euch« (und damit nicht nur den privaten Investoren) hat die Linkspartei 2016 einen Nerv getroffen. Zusammen mit den Grünen setzt sich die Linke wohl wie keine andere Partei in Berlin für die Clubkultur ein, die oft auch nicht nur kommerziell ausgerichtet ist. Vor Corona gehörte das Nachtleben zur Berliner DNA, nach Corona sollte es wieder so sein.

In der Zwischenzeit ist es richtig, dass der Senat insbesondere Freiluftevents mit der Kampagne »Draußenstadt« unterstützt. Damit schafft Rot-Rot-Grün eine Win-win-Situation: Die Künstlerinnen und Künstler haben endlich wieder die Möglichkeit, ihre Musik zu präsentieren, zugleich werden ansonsten brachliegende Flächen genutzt und das soziale Stadtleben wiederbelebt. Und für die Anwohnerinnen und Anwohner besteht die Möglichkeit, Kultur zu genießen oder einfach tanzen zu gehen. Nach allem, was man aktuell weiß, ist draußen zu raven auch pandemiekompatibel, anders sieht es bei Partys drinnen aus. Und dass die Events hauptsächlich im Osten und vielfach auch am Stadtrand stattfinden, zeigt, wohin die Reise nach der Krise geht: zurück in die Kieze und weg von der Fixierung auf den Innenstadtbereich. Also: Rave on!

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