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Lionel Messi ist in Paris angekommen

PSG will mit dem nächsten Superstar des Weltfußballs glänzen, Katar weiter sein Image aufpolieren

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

»Ja, wir sind auf dem Weg nach Paris«, bestätigte Jorge Messi am Dienstagnachmittag den fragenden Journalisten am Flughafen El Prat. Bilder vom Flug von Barcelona in die französische Hauptstadt postete dann Antonella Roccuzzo. Das Ziel: Paris St. Germain. Während der Vater und die Ehefrau die Fußballwelt über die Neuigkeiten informierten, blieb der Hauptdarsteller still: Lionel Messi. Am frühen Abend gab es noch immer keine offizielle Bestätigung des Wechselgerüchts. Aber allein das Wort von Jorge Messi genügte, um die Medienwelt auf den Kopf zu stellen, schließlich ist er nicht nur Vater, sondern auch Manager des 34-jährigen Superstars. Nach einem letzten Treffen mit einem Vertreter des französischen Klubs am Montagabend auf Ibiza, soll Jorge Messi von einer Einigung berichtet haben.

Wohin die Reise für Lionel Messi geht, war spätestens seit Sonntag klar, nach seiner letzten Pressekonferenz beim FC Barcelona. Denn kaum ein anderer Klub als Paris St. Germain kann sich den Argentinier leisten, erst recht nicht in Zeiten von Corona. Für einen Vertrag über zwei Jahre soll PSG ihm laut übereinstimmenden Medienberichten 40 Millionen Euro zahlen – pro Saison, netto, plus Prämien!

Lionel Messi wird nun wohl zusammen mit dem Brasilianer Neymar und dem Franzosen Kylian Mbappe die aufregendste Offensive bilden. Die Machtverschiebung im europäischen Fußball begann aber schon vor zehn Jahren. 2011 stieg das Emirat Katar mit der Firma Qatar Sports Investments bei Paris St. Germain ein, längst ist diese Investorengruppe alleiniger Eigentümer des Klubs. Allein für Transfers wurde seitdem weit mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben. 2017 leistete sich PSG mit Neymar und Mbappe gleich die beiden teuersten Spieler der Welt – zusammen für rund 400 Millionen Euro. Dazu kommen üppige Gehälter und allerlei andere Investitionen. Die Regeln des Financial Fairplay, das Einnahmen und Ausgaben vergleicht, werden dabei mit einem raffinierten System umgangen. So brachte beispielsweise ein Werbevertrag mit der Tourismusbehörde Katars dem Klub 200 Millionen Euro pro Jahr.

»Ich will die Champions League wieder gewinnen«, sagte Lionel Messi bei seinem Abschied vom FC Barcelona. Damit gleichen sich die Ziele des Spielers und seines neuen Klubs. Mit dieser Motivation begründet der vom katarischen Emir eingesetzte Präsident Nasser Al-Khelaifi immer wieder die Investitionen. Dass Katar mit Weltstars und dem Glanz des Henkelpotts Imagepflege betreibt, ist aber auch schon lange kein Geheimnis mehr. Die anhaltend prekäre Menschenrechtslage im Emirat wird seit Jahren kritisiert.
All das interessierte am Dienstag und in den Tagen zuvor kaum. Seit Sonntag wird der Flughafen Le Bourget von Hunderten Pariser Fans belagert, um die Ankunft des Argentiniers zu feiern. Die Medien überschlagen sich, im Fernsehen laufen Sondersendungen. An diesem Mittwoch soll Messi offiziell vorgestellt werden. Es wird eine andere Pressekonferenz werden als die vor drei Tagen in Barcelona. Tränenreich hatte Messi dort gesagt, er sei nicht bereit, seinen Herzensverein nach 21 Jahren zu verlassen. Weil Barca, hoch verschuldet, ihm aber nicht 25 Millionen Euro pro Jahr zahlen wollte, tat er es doch.

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