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Fahnenträger der Eskalation

Kiew setzt zum ersten Mal eine bewaffnete Kampfdrohne im Donbass ein.

  • Von Birger Schütz
  • Lesedauer: 1 Min.
Ferngesteuert und todbringend: Eine türkische Bayraktar-Drohne auf dem ukrainischen Flugplatz Kulbakyne.
Ferngesteuert und todbringend: Eine türkische Bayraktar-Drohne auf dem ukrainischen Flugplatz Kulbakyne.

Drei Haubitzen am Feldrand, ein Feuerblitz, aufsteigender Rauch, drei Menschen laufen um ihr Leben: So sehen die Aufnahmen vom ersten Einsatz einer ukrainischen Kampfdrohne im Donbass aus. Die von der Türkei gelieferte Waffe habe den Artilleriebeschuss prorussischer Separatisten stoppen sollen, meldete der Kiewer Generalstab. Der Angriff der Bayraktar(Fahnenträger)-Drohne - mit dem die Ukraine gegen das Minsker Abkommen verstößt - markiert den Beginn einer neuen Etappe im Donbasskrieg: Kiew zeigt Zähne, die andauernden Nadelstiche im umkämpften Osten des Landes will es nicht mehr hinnehmen - und setzt auf Drohnen.

Der Einsatz der todbringenden Flugapparate hängt eng mit der Enttäuschung über ausbleibende westliche Militärhilfen zusammen. Die Ukraine sieht sich von Brüssel allein gelassen, Solidaritätsadressen und warme Worte helfen wenig gegen die russische Aggression. Spätestens seit Robert Habecks gescheitertem Vorstoß für Waffenlieferungen pfeift Kiew daher auf den Westen und sucht neue Partner. Die Türkei, die Aserbaidschan im Krieg um Berg-Karabach 2020 mit Bayraktar-Drohnen aufrüstete und so die Rückeroberung der Region ermöglichte, kommt da gerade recht. Kiew könnte im Donbass nun Ähnliches vorschweben. Für die Region heißt das nichts Gutes.

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