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Die Pandemie versteckt das Grauen

Weltweit nimmt die Zahl von Kindern zu, denen die Rekrutierung droht

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 1 Min.
Gewehre, die ehemaligen Kindersoldaten im Südsudan gehört haben, liegen bei einer Feier anlässlich ihrer Freilassung auf dem Boden.
Gewehre, die ehemaligen Kindersoldaten im Südsudan gehört haben, liegen bei einer Feier anlässlich ihrer Freilassung auf dem Boden.

Es war ein hoffnungsvoller Versuch, als zu Beginn der Covid-Pandemie die Vereinten Nationen Konfliktparteien in aller Welt zu Waffenruhen aufriefen. Doch die schönen Worte sind schon längst als Wunschdenken bloßgestellt, die Realität zeigt sich erbarmungslos: In der Pandemie fallen oftmals Aufmerksamkeit und Kontrolle weg, Konflikte eskalieren, Hemmschwellen sinken. So viele Kinder wie seit 30 Jahren nicht mehr sind in Gefahr, als Kindersoldaten rekrutiert, als Kanonenfutter abgeschlachtet oder zu abgestumpften Tötungsmaschinen konditioniert zu werden. Nicht nur reguläre Armeen, auch bewaffnete Gruppen nutzten verstärkt Kinder. Die Organisation Save the Children schätzt, dass für 337 Millionen Kinder das Risiko stark zugenommen hat, als Kindersoldaten missbraucht zu werden. Deren Erfahrungen zeichnen oft den weiteren Lebensweg vor. Viele Kindersoldaten werden von ihren Familien verstoßen, Drogenmissbrauch und psychische Probleme sind bekannte Folgen.

Solange die Pandemie anhält, fehlt das bisschen Aufmerksamkeit, das vielen Konfliktpartien noch letzte Reste von Zurückhaltung auferlegt hatte. Die Pandemie versteckt das Grauen, die Forderungen der Vereinten Nationen verhallen ungehört. Es wird Zeit, dass sich das ändert.

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