Ohne Frauen wird es nichts

Sebastian Weiermann über die Erneuerungsprobleme der CDU

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 1 Min.
Friedrich Merz beim Parteitag der CDU vor 21 Jahren in Essen.
Friedrich Merz beim Parteitag der CDU vor 21 Jahren in Essen.

Kürzlich hat Serap Güler, die im Bundesvorstand der CDU sitzt, dem »Spiegel« ein Interview gegeben. Darin fordert sie vom kommenden CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, dass er die Einführung der Frauenquote in der Partei vorantreiben und die Partei für Migranten attraktiver machen solle. Für die konservative Partei sind beides sowieso keine leichten Aufgaben. Mit Merz an der Spitze werden sie aber zu großen Herausforderungen. Der 66-jährige Sauerländer hat in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass ihm die politische Beteiligung von Frauen kein Herzensthema ist. Darüber, wie die CDU mehr Migranten gewinnen kann, war von Merz noch überhaupt nichts zu hören.

Vielleicht denkt Merz bei beidem noch in alten Denkmustern. Frauen gehören an den Herd und Ausländer raus oder ans Fließband. So funktioniert die Gesellschaft schon lange nicht mehr. Politische Prozesse müssen heute von der Gesellschaft in ihrer ganzen Breite getragen werden, konservative Stimmen können auch weiblich und migrantisch sein. Serap Güler ist das beste Beispiel. Wenn die CDU auf solche Stimmen nicht hört, ihnen nicht Raum gibt, dann wird jeder Erneuerungsprozess scheitern und die Partei mittelfristig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

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