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Plakate der AfD: Die Freiheit, ein Pimmel zu sein

Twitter-User machen sich über eine Plakataktion der AfD im Bundestag lustig

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.
Fragestunde im Bundestag: Plakate der AfD: Die Freiheit, ein Pimmel zu sein

Die AfD ist bekanntlich für die Freiheit. Das jedenfalls wird sie nicht müde zu behaupten. Gemeint ist sicherlich die Freiheit eines jeden Blauäugig-Blonden, sein Automobil der Marke Volkswagen (nur sehr ungern Renault oder Seat – auf keinen Fall Toyota oder Hyundai) mit Diesel vollzutanken, seine Töchter vor dem »Gendergaga« in Schule und Medien zu beschützen oder sich gegen die angeblich todbringende Corona-Impfung zu entscheiden. Für Letzteres haben die Bundestagsabgeordneten der Rechtspartei im Bundestag am Mittwoch demonstriert. Mit blau-weiß-roten Plakaten, auf denen »Freiheit statt Spaltung« stand. Denn das Impfen ist für Alice Weidel, Tino Chrupalla und Alexander Gauland der Spaltpilz unserer Gesellschaft – nicht etwa die grassierende Armut im Land.

Das war eine Steilvorlage für jeden Antifaschisten mit Twitter-Account. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wurden den AfD-Abgeordneten Fake-Schilder in die Hände bugsiert: »Nazis haben kleine Pimmel« zum Beispiel. Oder »Alle meine Freunde hassen die AfD!« Ein anderer User fragte, warum die Rechten die Flagge der Niederlande falsch rum hochgehalten haben. Und ein weiterer twitterte ein Bild, auf dem Weidel mit dem Schild »Zu doof zum Impfen« in der Hand zu sehen ist. Dazu die Überschrift: »Die einzige Partei, die im Bundestag noch die Wahrheit sagt.«

Doch auch im realen Leben hatte die Aktion Konsequenzen. Denn die AfD störte die Fragestunde im Parlament – und da versteht Bundestagspräsidentin Bärbel Bas keinen Spaß. Die SPD-Politikerin rief die Rechten zur Ordnung.

Doch nicht nur AfD-Abgeordnete hielten diese Woche falsche Plakate in den Händen. Auch Klimaminister Robert Habeck (Grüne) bekam sein Fett weg, als er die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland vorstellte und zu diesem Zweck eine Grafik hochhielt. So postete das »Magazin für Fussball & Humor« FUMS einen Minister mit einer Taktiktafel in der Hand. Dazu die Überschrift: »Jeder Kreisliga-Coach an jedem Spieltag«. Und jemand anderes zeigte Habeck mit einem Schild, auf dem stand: »Andy, du bist so 1 Pimmel.« Gemeint war der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD), der wegen eines Tweets mit gleichem Wortlaut einen Strafantrag wegen Beleidigung stellte, was zur Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Urhebers führte.

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