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Gelesen - dabei gewesen

Neuerscheinungen, annotiert: Die Macht der Johannisbeere, der Erdnuss und der Liebe (damals)

  • Lesedauer: 2 Min.
Johannisbeeren in die Marmelade, in die Suppe und an die Macht!
Johannisbeeren in die Marmelade, in die Suppe und an die Macht!

Die Macht der Früchte

Was weiß man schon über die Johannisbeere, die alte Marmeladenfrucht? Margot Fischer verrät: Sie eignet sich nicht nur für Bowle, Smoothie, Salat, Suppe, Desserts und Likör; ein Aufguss junger Wurzeln wird zur Behandlung bei Fieber eingesetzt, mit einem Rindenabsud lassen sich Nierensteine, Ödeme und Hämorrhoiden bekämpfen und mit einem Johannisbeerentee Harnsteine, Erkältungen und Keuchhusten. Das alles kann man nachlesen in dem Büchlein »Johannisbeere«, das in der ebenso unterhaltsamen wie nützlichen Reihe »Kleine Gourmandisen« im Mandelbaum-Verlag erschienen ist (60 S., geb., 12 €).

Rita Henss hat sich darin auch auf amüsante Weise mit der »Erdnuss« beschäftigt. Während die Pflanze sehr anspruchslos ist, nur »mäßigen Regen« benötigt, macht sie auf auf andere Weise von sich reden: 2003 kroch ein junger Kunststudent 11 Kilometer durch London und rollte dabei eine Erdnuss mit der Nase vor sich her. Das dauerte zwei Wochen, und es wurden insgesamt 13 Erdnüsse benötigt, weil manche kaputtgingen oder in ein Loch fielen. Ziel war Downing Street, der Sitz des Premierministers, denn mit dieser Aktion sollte eine Senkung der Studiengebühren gefordert werden. Bemerkenswert ist außerdem, dass der Comiczeichner Charles M. Schulz den Titel seiner weltbekannten »Peanuts«-Reihe gehasst hat. Er fand ihn lächerlich. Wäre es nach ihm gegangen, hätte die Reihe nach seinem dauerfrustrierten Helden »Lieber guter alter Charlie Brown« geheißen (60 S., geb., 12 €).

Hintergrund für Liebe

Kennen Sie die Kurt-Wolff-Stiftung? Sie dient der Interessenvertretung unabhängiger, das heißt kleiner deutscher Verlage und ist benannt nach dem ziemlich legendären Verleger Kurt Wolff, der unter anderem Heinrich Mann, Georg Trakl und Franz Kafka verlegte. Ziemlich legendär ist aber auch seine zweite Ehefrau Helen Wolff. In ihrem kurzen Roman »Hintergrund für Liebe« beschreibt sie den Beginn ihrer Beziehung, als sie 1932/33 durch Frankreich reisten, während in Deutschland die Diktatur aufzieht. Und dann muss die junge Frau den 20 Jahre älteren Mann verlassen, damit er begreift, was er überhaupt will im Leben. Sie fordert von ihm eine grundsätzliche Veränderung seiner Einstellung zur Welt - als »Hintergrund für Liebe«. Kurt macht da mit, und gemeinsam entkommen sie anschließend Faschismus und Holocaust und gründen 1942 in New York den Verlag Pantheon Books. (Weidle, 216 S., br., 20 €).

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