Argentinien bleibt zahlungsfähig

Martin Ling über die geglückte Umschuldung mit dem Währungsfonds

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.
Am 27. Januar nehmen Demonstranten in Buenos Aires an einem Protest gegen ein neues Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds teil.
Am 27. Januar nehmen Demonstranten in Buenos Aires an einem Protest gegen ein neues Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds teil.

Die zehnte Zahlungsunfähigkeit Argentiniens ist vorerst vom Tisch. In buchstäblich letzter Minute hat es die argentinische Mitte-links-Regierung von Alberto Fernández geschafft, sich mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Umschuldung des IWF-Rekordkredits von 2018 an die neoliberale Vorgängerregierung von Mauricio Macri zu einigen. Dem wurden damals dubioserweise 57 Milliarden Dollar zugesagt, um mit besseren Karten in den Wahlkampf 2019 ziehen zu können. Abgewählt wurde er trotzdem und eine interne Untersuchungskommission des IWF kam Ende 2021 zum Schluss, dass der Kredit eine Fehlentscheidung gewesen sei.

Argentinien hat sich mit der Einigung vor allem Zeit gekauft: Das Land zahlt weiter, soviel es kann, nur eben später. Und der schuldbewusste IWF hat auf allzu harte Auflagen dieses Mal verzichtet, verlangt keine Ausgabenkürzungen, sondern nur den schrittweisen Abbau des Haushaltsdefizits, ohne konkrete Maßnahmen vorzuschreiben.

Eine nachhaltige Lösung des Schuldenproblems ist das Ergebnis nicht. Und das Problem der steigenden Verschuldung privater Haushalte in Argentinien bleibt davon ohnehin unbenommen. Dass der Spielraum reicht, um die wachsende Armut wieder zurückzudrängen, ist unwahrscheinlich.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal