Die Afrikanische Union ist hilflos

Martin Ling über Putsche und Putschversuche rund um den Gipfel

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.
Flanieren in Addis Abeba. Ähtiopiens Hauptstadt hat sich für den 35. Gipfel der Afrikanischen Union wieder herausgeputzt.
Flanieren in Addis Abeba. Ähtiopiens Hauptstadt hat sich für den 35. Gipfel der Afrikanischen Union wieder herausgeputzt.

2022 ist noch jung und zeigt dennoch bereits: Viele afrikanischen Staaten stecken im Teufelskreis aus Unterentwicklung und Instabilität fest, die sich gegenseitig verstärken. Die Militärmissionen der Uno oder die Interventionen ehemaliger Kolonialmächte, allen voran Frankreich, haben bisher die strukturellen Probleme eher vertieft als aus der Welt geschafft.

Am Mittwoch musste die Afrikanische Union (AU) bei ihrem Gipfel nur einen Putschversuch verurteilen, jenen von Guinea-Bissau am Dienstag. Erst Ende Januar hatte sich die AU entschlossen, die Putsch-Militärregierung in Burkina Faso zu suspendieren, die am 24. Januar die Macht ergriffen hat. Es ist offensichtlich: Putsche und Putschversuche sind in Afrika en vogue, allein seit 2021 gab es »gelungene« in Mali, Guinea, Burkina Faso, Tschad und Sudan sowie gescheiterte in Niger und Guinea-Bissau.

Staaten, in denen Putschisten die Macht übernommen haben, aus der AU zu suspendieren, ist selbstverständlich angezeigt. Ob damit genügend Druck entfaltet werden kann, dass sie auf verfassungsmäßige Wege zurückkehren, bleibt zweifelhaft. Ohne Sicherheit und Einkommensperspektiven für die Normalbevölkerung ist der Teufelskreis nicht zu durchbrechen. Ausländische Interventionen haben bisher beides nicht gebracht.

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