Migration lässt sich nicht stoppen

Martin Ling über den Beginn des Mauerbaus auf Hispaniola

Die These des dominikanischen Präsidenten Luis Abinader von der Win-win-Situation ist gewagt: »Der Bau dieses intelligenten Grenzzauns wird beiden Ländern zugute kommen, da er eine wesentlich effizientere Kontrolle des bilateralen Handels ermöglichen wird.« Mit diesen Worten gab Abinader den Startschuss zum Bau einer 3,9 Meter hohen Mauer, die künftig die Insel Hispaniola zwischen der reicheren Dominikanischen Republik und dem deutlich ärmeren Haiti teilen soll. Gesichtserkennungssoftware und Drohnen sollen Haitianer*innen vom Weg ins Nachbarland abhalten.

Der Zaun mag intelligent sein, die Idee ist es nicht: Mit Mauern lässt sich Migration nicht aufhalten, sondern nur ihr Preis in die Höhe treiben - inklusive Menschenleben. Fast eine halbe Million Haitianer*innen leben bereits in der Dominikanischen Republik, oft mit prekärem Aufenthaltsstatus und ohnehin am unteren Ende der Wertschöpfungskette.

Die Erfahrung mit Mauern in aller Welt zeigt, dass sie Migration nicht stoppen: Nicht mal das Mittelmeer kann Menschen davon abhalten, Leib und Leben aufs Spiel zu setzen, wenn es zu Hause nichts mehr zu verlieren gibt. Die einzig humane Konsequenz daraus läge darin, legale Fluchtwege und Kontingente für Migrant*innen zu schaffen. Und das weltweit.

Abonniere das »nd«
Linkssein ist kompliziert.
Wir behalten den Überblick!

Mit unserem Digital-Aktionsabo kannst Du alle Ausgaben von »nd« digital (nd.App oder nd.Epaper) für wenig Geld zu Hause oder unterwegs lesen.
Jetzt abonnieren!

Das beste Mittel gegen Fake-News und Rechte Propaganda: Journalismus von links!

In einer Zeit, in der soziale Medien und Konzernmedien die Informationslandschaft dominieren, rechte Hassprediger und Fake-News versuchen Parallelrealitäten zu etablieren, wird unabhängiger und kritischer Journalismus immer wichtiger.

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!

Unterstützen über:
  • PayPal