Intels Intelligenz

Kurt Stenger über Industrieansiedlungen im Zeitalter der Gigafactories

  • Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Megainvestitionen sind tot - es leben die Gigafactories! Natürlich ist das ein PR-Begriff, denn um den Faktor 1000 unterscheiden sich Fabrikansiedlungen nicht zu früher. Aber was Intel auf der grünen Wiese nahe Magdeburg plant, hat es in sich: Bis zu 80 Milliarden Euro fließen in den Bau von sechs Halbleiterfabriken. Es braucht Wohnungen für Zehntausende Neubürger, der Hafen muss ausgebaut werden. Das hat es in Deutschland noch nicht gegeben - selbst Tesla nahe Berlin ist da Kleinkram.

Industrieansiedlungen werden nicht nur größer geplant, die Voraussetzungen sind auch andere. Früher zog es Investoren in die jeweiligen Branchencluster mit ihren Zulieferstrukturen und Fachkräften. Tesla und Intel siedeln sich dort an, wo es genug Flächen gibt. Das ist erfreulich für strukturschwache Gegenden, die nun Chancen bekommen. Sachsen-Anhalt reduziert zudem die Abhängigkeit von der erdölverarbeitenden Industrie.

Doch eine Sache ändert sich mit den Gigafactories nicht: Mit was sich die Konzerne ihre Standortentscheidungen von Politikern versilbern lassen, soll ein Geheimnis bleiben. Intels Intelligenz war in den Verhandlungen sicher keine Grenzen gesetzt. Und dass Umweltauflagen nicht mehr wichtig erscheinen, gab es lange vor Tesla - und wird es wohl auch danach geben.

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