Der Frieden der Fifa

Unterstützen Sie Gianni Infantino! Denn nur der Fußball kann die Welt retten

  • Von Andreas Koristka
  • Lesedauer: 3 Min.
Echte Friedensfreunde: Wladimit Putin und Gianni Infantino bei der Fußball-WM im Juli 2018
Echte Friedensfreunde: Wladimit Putin und Gianni Infantino bei der Fußball-WM im Juli 2018

Fußball ist nicht nur die schönste Nebensache der Welt, nein sie ist auch der Kitt, der unsere zivilisierte Kultur zusammenhält. Gäbe es keinen Fußball, gäbe es auch keine Hooligans, keine Ackermatchs und sonstige Möglichkeiten für Menschen, die versuchen, ihre alltäglichen Gewaltfantasien zu kanalisieren. Der Fußball macht die Welt friedlicher. Aber absolut befrieden kann er sie leider nicht. Das weiß auch Fifa-Chef Gianni Infantino. Seufzend stellte er unlängst auf einem Fifa-Kongress fest, dass »die Fußball-WM 2018 nicht alle Probleme der Welt (hat) lösen können«.

Das ist eine bittere Erkenntnis. Der Krieg in der Ukraine kam trotz der Friedensengel der Fifa, die sich nicht zu schade waren, die WM 2018 extra nach Russland zu vergeben, um die zarte Pflanze der Hoffnung an den Ural zu tragen. Als sie zurück gingen, hatten sie praktischerweise die Hände frei und konnten gleich noch etwas Geld mitnehmen. Man erinnere sich nur an die friedlichen Bilder, den Überschwang, die Freude in den Gesichtern der Menschen, als Lothar Matthäus als Teil einer Fifa-Delegation vor Putin eine Lobrede auf den Gastgeber und seinen Präsidenten hielt. Damals war an Panzergefechte nicht zu denken, sondern höchstens an Lusttropfen in der Hose von Wladimir Putin.

Infantino hat eine logische Konsequenz aus dem Scheitern dieser uneigennützigen Friedensaktion gezogen. Wenn eine WM alle vier Jahre nicht ausreicht, um den Weltfrieden vollumfänglich zu garantieren, dann braucht man mehr davon. In einem ersten Schritt schlug er bereits vor, die Weltmeisterschaft alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Dann kämen sicher auch Länder zum Zuge, die eine Befriedung dringend benötigen. Warum sollte Syrien nicht mal dran sein? Und warum sollten die Taliban nicht auch beweisen dürfen, dass sie gute Gastgeber sind? Sicher, den Genannten dürften derzeit monetäre Argumente fehlen, um die Fifa-Funktionäre argumentativ überzeugen zu können. Aber daran kann man arbeiten.

Wichtig ist, dass die Fifa flexibel bleibt. Wenn festgestellt wird, dass der Zwei-Jahres-Rhythmus immer noch nicht genügt, um Kriege zu verhindern, muss nachjustiert werden. Die Verkürzung des Intervalls auf ein Jahr wird der nächste Schritt sein. Dann wird die WM halbjährlich stattfinden, schließlich quartals-, später wochenweise. Irgendwann wird täglich ein neuer Fußball-Weltmeister bestimmt werden. Und noch viel später wird die Fifa ein Infotelefon einrichten. »Beim nächsten Piepton ist es 15.01 Uhr und der Fußballweltmeister heißt Spanien. Piep.«

Die Erde wird dann ein besserer Ort sein. Und der Fußball, dieser von Grund auf aufrichtige Sport, in welchem sich Doping nicht lohnt, wird ihn dazu gemacht haben. Diese Leistung Infantinos ist so wertvoll, dass man sie eigentlich nicht mit Geld bezahlen kann. Aber man kann es wenigstens versuchen!

Die Welt braucht mehr Fußball. Das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig. Niemand sollte sich jetzt an unserem Planeten versündigen, indem er nicht genug für den Fußball tut. Es wird der Tag kommen, an dem werden uns unsere Enkel fragen, »Großeltern, warum wart ihr nicht im Stadion? Wieso nicht wenigstens beim Public Viewing? Und warum trugt ihr keine schwarz-rot-goldenen Girlanden um eure damals unfaltigen und runkelfreien Hälse?«

Lasst die Bierfahnen des Friedens in den Arenen wehen! Jetzt ist es ganz besonders wichtig, dass wir nicht aufgeben. Unterstützen Sie Gianni Infantino und kaufen Sie sich mal wieder eine Karte für ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft! Und unterstützen Sie auch die Sponsoren, egal ob Coca Cola, Adidas oder Gazprom. Denn sie machen diesen wunderbaren Sport erst möglich.

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