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Gravierender Engpass

Noch hapert es bei der Integration von Schülern aus der Ukraine

28.04.2022, Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) besucht eine Willkommensklasse für schutzsuchende Schüler aus der Ukraine.
28.04.2022, Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) besucht eine Willkommensklasse für schutzsuchende Schüler aus der Ukraine.

Die weit­aus meis­ten Schü­ler aus der Ukrai­ne kom­men ohne Deutsch­kennt­nis­se in Regel­klas­sen. Nur sel­ten gibt es dort Über­set­zun­gen oder ukrai­ni­sche Lehr­kräf­te. Das war lei­der abzu­se­hen. Die Flucht­be­we­gung aus der Ukrai­ne kam plötz­lich, nie­mand konn­te sich dar­auf ein­stel­len. Die vie­len klei­nen Erfolgs­mel­dun­gen aus den letz­ten Wochen, dass etwa Leh­re­rin­nen aus der Ukrai­ne ange­stellt wer­den, täu­schen nicht dar­über hin­weg, dass der Unter­richt für die meis­ten ukrai­ni­schen Schü­ler nicht son­der­lich gut funk­tio­niert, weil eine Sprach­ba­sis fehlt.

Dabei haben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Will­kom­mens­klas­sen durch­aus bewährt, wenn sie denn kein dau­er­haf­ter Auf­be­wah­rungs­ort für Kin­der und Jugend­li­che wer­den. Dort kön­nen sie die Spra­che ler­nen und par­al­lel dazu ein­zel­ne Stun­den im Regel­un­ter­richt besu­chen. Man­cher­orts gibt es indi­vi­du­ell erstell­te Stun­den­plä­ne, die sich nach dem Stand der Schü­ler rich­ten. Vor­aus­set­zung dafür ist natür­lich eine enge päd­ago­gi­sche Beglei­tung. Und hier gibt es ein gro­ßes Pro­blem, das sich in den kom­men­den Wochen und Mona­ten noch zuspit­zen kann: Mit einem Bedarf von bis zu 24 000 wei­te­ren Lehr­kräf­ten rech­net die Bun­des­re­gie­rung in abseh­ba­rer Zeit. Und es klingt illu­so­risch, dass so vie­le Päd­ago­gen zusätz­lich ein­ge­stellt werden.

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