Die Mängelverwaltung geht weiter

Stefan Otto kritisiert ein Auslaufen der Sprachkitas

Das Sprachkita-Programm soll künftig im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes finanziert werden. Dann steht es mit anderen Maßnahmen wie der Beitragsfreiheit oder der allgemeinen Personalaufstockung in Konkurrenz.
Das Sprachkita-Programm soll künftig im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes finanziert werden. Dann steht es mit anderen Maßnahmen wie der Beitragsfreiheit oder der allgemeinen Personalaufstockung in Konkurrenz.

Die vor nunmehr sechs Jahren eingeführten Sprachkitas sind zweifellos ein Erfolgsmodell. Förderkräfte kümmern sich gezielt um jene Kinder, die nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwachsen. Sie werden im Alltag begleitet, ihnen wird vorgelesen, der Kontakt zu den Eltern wird gesucht. Ziel ist es, diesen Kindern bis zur Einschulung eine Sprachbasis zu verschaffen. Doch nun will der Bund die Förderung einstellen.

Offenbar sollen die Sprachkitas künftig über das Gute-Kita-Gesetz abgedeckt werden. Die Mittel hierfür laufen auch bald aus, eine Finanzierung soll aber laut Ampel-Koalition verlängert werden. Ein Baukasten sei dieses Gesetz, heißt es oft. Die Länder können über die Mittel frei verfügen, ob sie damit die Beitragsfreiheit ausbauen oder die Räumlichkeiten verbessern – oder halt auf die Sprachförderung setzen. Doch ob sie damit künftig in der Lage sein werden, die Einrichtungen insgesamt qualitativ zu verbessern, ist fraglich. Dafür reichen nämlich die Gelder bislang nicht aus, und die Streichung der Sprachkitas schafft kein Vertrauen. Es ist eher ein Zeichen dafür, dass die Mängelverwaltung weitergeht.

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